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Sonntag, 6. Januar 2019

Die Pflanzen des Jahres 2019

Johanniskraut - Heilpflanze des Jahres 2019

Für das Jahr 2019 wurde das 
 echte Johanniskraut
  Hypericum perforatum 
zur Heilpflanze des Jahres gewählt.
Dieses wunderbare Heilkraut begleitet mich seit vielen Jahren und die vielfältigen Möglichkeiten der heilsamen Anwendungen lassen mich immer wieder staunen.



Der Name der Pflanze bezieht sich auf Johannis den Täufer. Am 24. Juni zum Johannistag wird sie traditionell geerntet und zum Trocknen oder zur weiteren Verarbeitung für Heil und Segen der Familie verwendet (So die Aussagen aus kirchlichen Kreisen).
Weitere Namen für das Johanniskraut sind: 
Teufelsflucht, Hexenkraut, Wundkraut, Frauenkraut, Hartheu,Tüpfel - Johanniskraut, Blutkraut, u.v.m.

Die heilige Hildegard von Bingen (1098-1178) schrieb dem Kraut eine entkrampfende und gemütsaufhellende Wirkung zu. Besonders Wöchnerinnen sollten von diesem Heilkraut eine wohltuende Wirkung erfahren.
Paracelsus (1493-1541) rühmte die Heilwirkung des Johanniskrauts und empfahl es bei Melancholi und zur Wundheilung.
Pfarrer Kneipp (1821-1897) kann zum Johanniskraut auch nur wunderbares berichten: Wundheilend, Abschwellend, Hilfreich bei Hexenschuss und Gicht. 
Als  stimmungsaufhellend und nervenstärkend wird das Johanniskraut von ihm beschrieben.

Und sie haben so recht. 
All diese Gelehrten und Volksmediziner des Mittelalters und 19. Jhd.



 
Denn seit den 1970er Jahren ist das echte Johanniskraut eine anerkannte Heilpflanze. Vielfältig erforscht und trotzdem noch immer ein Mysterium. Die Heilwirkung ist so vielfältig, daß noch immer wesentliche Zusammenhänge in der Wirkstoffzusammensetzung erforscht werden. Dies scheint mir auch der Grund zu sein, weshalb das echte Johanniskraut wiederum zur Heilpflanze 2019 gewählt wurde. Bereits 2015 konnte sie sich Heilpflanze des Jahres nennen.



Weißdorn - Arzneipflanze des Jahres 2019



Es wird nicht nur eine Heilpflanze gekürt, sondern auch eine Arzneipflanze
In diesem Jahr ist es der Weißdorn (Crataegus oxyacantha).

Zum Weissdorn gibt es ebenfalls viele Informationen zur Heilwirkung und volksheilkundlicher Geschichte.
Seine volkstümlichen Namen sind u.a.: Hagedorn, Feenbirne, Hagapfel, Mehlbeere ...
Der Weißdorn ist eine Arzneipflanze mit gut verträglicher und sanfter Wirkung bei Erkrankungen, wie Herzmuskelschwäche und Erkrankungen der Herzkranzgefäße. 
Volksheilkundlich wurde schon immer der Tee von Blatt und Blüte und Früchte zur Regulierung des Blutdrucks und zur Stärkung des Herzens verwendet. 
Die Kelten kannten den Weißdorn als magischen Strauch/Baum. Sie schätzten und nutzten ihn als Schutzbaum und Hecke vor bösen Mächten. In der Antike wurde die Rinde des Weißdorns verwendet um Dornen und Splitter aus der Haut zu entfernen. Dioskurides empfahl die Früchte des Weißdorns zur Bekämpfung von Durchfall.
In der Klostermedizin gab es kaum Hinweise zum Weißdorn. 


  
Erst später, ca. 14. Jhd. wurden die Gerbstoffe der Früchte des Weißdorns zum Gurgeln gegen Halsentzündungen genutzt. Ebenso wurde ein Brei aus den Früchten äußerlich zur Blutstillung und bei Geschwüren angewendet.
Pfarrer Kneipp wußte bereits um die herzstärkende Wirkung von Blüten und Blättern dieses großartigen, allseits bekannten Weißdorns. Maria Treben hat ebenso auf die heilende Wirkung des Weißdorns in seiner Ganzheit hingewiesen.


Noch was spannendes:

 Seit 1990 wird der Heilpflanze des Jahres Respekt gezollt um der Phytotherapie einen größeren Stellenwert zu geben und auf ihre Wichtigkeit hinzuweisen.
Warum ist eine Heilpflanze nicht gleich auch eine Arzneipflanze?
Eine Arzneipflanze ist in der Dosis ihres Wirkstoffgehaltes deutlich höher. Deshalb können die Wirkstoffe aus einer Arzneipflanze extrahiert und direkt in ein Arzneimittel eingearbeitet werden. Eine Heilpflanze kann auf grund ihrer Wirkstoffe zur Linderung einer Krankheit verwendet werden. Eine Heilung ist nicht garantiert, obwohl es Heilkraut heißt. Und jetzt kommts: Eine Arzneipflanze kann aber gleichzeitig auch eine Heilpflanze sein. Und eine Heilpflanze kann zur Arzneipflanze ernannt werden, wenn die Wissenschaft nachgewiesen hat, dass ihre Wirkstoffe tatsächlich heilend wirken, bzw. höhere Wirkungen aufweisen als bisher angenommen. So ist es dem Johanniskraut ergangen. Jeder weiß wie großartig dieses Heilkraut wirkt aber erst nach intensiver Forschung wurden die Wirkstoffe als Arzneimittel anerkannt.
 
Also erfreulich spannende und vielseite Heilkräuter.
Deshalb werde ich in den folgenden Posts umfassende Pflanzenportrait zum Johanniskraut und Weißdorn schreiben. Von mir erprobte Rezepte und Anleitung zur eigenen Anwendung werden ebenfalls dabei sein. 

 

Ich hoffe, der Text war nicht zu langatmig. Ich fand es wichtig, allgemeine Informationen zu diesen tollen Pflanzen vorab an Euch weiter zu geben und diese damit zu zu feiern.

Ich wünsche Euch allen ein gesundes Jahr 2019 und freue mich, wenn Ihr mich weiterhin durch den Jahreslauf begleitet.

Macht es Euch kuschelig in dieser nasskalten Zeit.
Bis bald, Eure Pia

Montag, 2. April 2018

Kommt mit ...

...wir machen einen Osterspaziergang.

Ich erinnere mich gut, der Wetterbericht sagte schon vor ca einer Woche: Für dieses Osterfest ist jedes Wetter möglich. Und es ist tatsächlich so. Oberhalb Berlins versinkt die Natur unter einer dicken Schneedecke und wir hier unten im fränkischen Raum kommen gut davon. Zwar wechselhaft aber gut zum Aushalten. Und dann heute, Wahnsinn! Sonnenschein, bischen kühl aber Sonnenschein!!!
Deshalb gehts hinaus in die Natur und wir schauen mal was sich so tut. Kommt doch mit!

Giersch - Aegopodium podagraria
 Der Giersch
Mit ihm hatte ich noch nicht wirklich gerechnet.

Aber dieses von der Sonne beschienene Fleckchen
mag er ganz besonders. Wer den Giersch findet, sollte sich auch unbedingt welchen für den Frühlingssalat ernten. Vorausgesetzt er wächst nicht gerade am "Hundegassiweg". 😉

Giersch - Geißfuß - Zipperleinskraut
Gerade wenn der Giersch so jung ist, schmeckt er ganz zart und ist ideal für Salat und auch Pesto. Er kann gegart sehr gut den Spinat ersetzten. Ich selbst mische die beiden Gemüse. Das ergibt für mich den besten Geschmack.
Im Giersch finden sich hervorragende Wirkstoffe für unsere Gesundheit. Vor allem Kalium, Vitamin C und viele Spurenelemente.
Hildegard v. Bingen gab dem Giersch den Namen"Grünkraft" und empfahl ihn roh zu verzehren und als Tee. In der Volksheilkunde wird der Giersch bei Rheuma, Gicht und allgemeinen Gelenk- und Gliederschmerzen empfohlen.

Ranunculus ficaria
 Oh ja, das Scharbockskraut! Ganz früh im Jahr wächst schon das Scharbockskraut. Bereits im milden Januar kann man es entdecken. Diese wahre Vitamin C Bombe schmeckt kräftig würzig und säuerlich. Verwendet nur die kleinen Blättchen, diese sind noch sehr zart und geben jedem Dressing oder selbst gezauberten Aufstrich einen fein säuerlichen und pfeffrigen  Geschmack. Volksheilkundlich wird dem Scharbockskraut eine entzündungshemmende und schmerzlinderne Wirkung zugeschrieben. ABER ACHTUNG! 
Das Scharbockskraut gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist im eigentlichen Sinne giftig. Deshalb darf das Scharbockskraut nur im jungen Stadium und vor der Blüte geerntet und verzehrt werden!

Scharbockskraut mit gelber Blüte

Das die Brennessel überall im Wald und an den Wegrändern zu finden ist, weiß ja jedes Kind. Aber was für ein Kraftpaket diese Heilpflanze ist wird nicht jedem bewußt sein. Deshalb widme ich der Brennessel einen ganz eigenen Post mit einem ausführlichen Pflanzenportrait. Ihr dürft gespannt sein. nun aber erstmal noch ein Bildchen.

 Brennessel - Urtica diorica
Ich weiß nicht warum aber in unserem Garten wachsen keine Gänseblümchen. Deshalb freue ich mich wenn ich die kleinen zarten Blümchen auf den Wiesen sehe.
Gänseblümchen - Bellis perennis

Das Gänseblümchen hat viele wunderbare Wirkstoffe für eine Frühjahrskur. Vitamine, Schleimstoffe und Bitterstoffe machen das kleine Pflänzchen zu einer ganz großen. Eine Teekur mit dem Gänseblümchen regt den Stoffwechsel an und bringt unseren Organismus wieder in Schwung. Sehr gut hilft das Gänseblümchen als Tee bei Erkältungen und Bronchitis. Auch für die Gesichtspflege leistet das Blümchen hervorragende Dienste.
Ein Teeaufguß kann als Gesichtswasser verwendet werden und entfaltet seine Wirkung bei Hautunreinheiten in der Pubertät und ist erfrischend und juckreizstillend bei angespannter und irritierter Haut.
In meiner Kräuterküche verwende ich das Gänseblümchen im Salat, aufs Butterbrot und mache auch ein Kräutersalz daraus.

Wenn ich beim Spazieren wieder mal die gleiche Runde gehe, schaue immer an bereits bekannten Plätzen nach bestimmten Pflanzen. So erging mir das auch heute.
Ich vermisste den Huflattich mit seinen goldgelben Blüten, welche wie kleine Sonnen ausschauen. Zuerst kommen die Blüten an einem schuppigen grau-braunen Stengel aus dem Waldboden und erst nach der Blüte zeigen sich die hufförmigen Blätter des Huflattichs. Daher auch sein Name. Nun sind unsere Blüten noch nicht aufgegangen. Da muß ich mich noch ein paar Tage gedulden.

Huflattich - Tussilago farfara

Ich war meine Lieblingsrunde schon mehrfach gelaufen in den letzten Wochen aber erst heute hab ich das kleine Duftveilchen entdeckt. Die Farbe und der Duft des Veilchens ist für mich untrennbar mit dem Frühling verbunden.

Duftveilchen - Viola odorata
Pfarrer Kneipp empfahl das Veilchen bei Kopfschmerzen, Husten und Lungenleiden. Zum Gurgeln bei Halsentzündung.

Eine Veilchencreme nach Hildegard v. Bingen soll Hilfe bringen bei Verstauchungen, zur Narbenpflege und als Massageöl im Bereich der 
wohlriechendes Veilchen - Märzveilchen
Stirnhöhle.

Ich sammle die Blüten des Wohlriechenden Veilchens vorallem für einen Blütenessig, für die Dekoration auf Kuchen oder Dessert. Getrocknet verwende ich die winzigen Blütchen für eine Teemischung.



Ich wünsche Euch eine wunderbare duftende Frühlingswoche. 

Pia