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Mittwoch, 3. Oktober 2018

Von Herzen. Der Weißdorn

Nun ist er da, der Herbst und bringt alle seine schönen Farben und Geschenke mit. Natürlich auch Wind und alle Wetter. Von diesen sind wir zur Zeit glücklicherweise sehr verschont geblieben. Auch das sehe ich als Geschenk.
Da ich gerade von Geschenken schreibe, da hat Mutter Natur ja was ganz Besonderes für uns parat. 
Genau und gerade jetzt in dieser Zeit. Geht hinaus und schaut Euch um. An Wegrändern, als Ackerbegrenzung oder auch am Bolzplatz, überall finden wir den Weißdorn, der seine  roten Beeren aus dem Strauch leuchten läßt.



Jetzt zur Herbstzeit haben die Früchte des Weißdorn ihre Reife erreicht. Sie können geeerntet werden und zu vielen möglichen Ansätzen, Tränken und Tees verarbeitet werden.
Bevor ich aber davon erzähle, möchte ich Euch etwas über den Weißdorn berichten.
Der Weißdorn wächst  als Busch oder auch kleiner Baum und kann über 500 Jahre alt werden. Sein Holz ist zäh, hart  und belastbar.
Sein Name kommt wohl von der hellen Rinde, denn es gibt noch einen Schwarzdorn, der ebenfalls durch seine dunkle Rinde gut erkennbar ist. Die Blüten treiben nach dem Blatt heraus und riechen eher unangenehm. Blätter und lange wehrhafte Dornen sitzen am noch braunem Holz der jungen Zweige. Die Blätter sind bläulich - grün und sind drei- bis fünflappig (im Bild gut zu erkennen) und unbehaart. Die Blattform finde ich sehr schön und ich erkenne auch am Blattgrün sehr schnell den heilsamen Weißdorn.




" In der alten Zeit " schon entstand sein Name: Hagedorn. " Hag " heißt hegen oder auch beschützen. Deshalb fand er wohl neben dem Schlehdorn, Holunder und Brombeere seine wichtige Verwendung um z. Bsp. eine Dorfgemeinschaft einzuhegen. Gleichzeitig war er Windschutz und Abgrenzung.
Weitere volkstümliche Namen sind: 
Elfen-und Feenbirne, Zaundorn, Schlafdorn, Mehlbeere

In Sagen und Märchen wird der Weißdorn als Schutzbaum der Schlafenden immer wieder erwähnt. Gutherzig bewacht er die Schutzsuchenden und wehrt "Unrechte" mit seinen langen Dornen ab.
Schon durch diesen kleinen Einblick in die Volkskunde kann man erahnen was es mit der Heilwirkung beim Weißdorn auf sich hat.

Der Weißdorn Crategus, gehört zur Familie der Rosengewächse. Er ist eine anerkannte Arzneipflanze und wird vornehmlich als herstärkendes Mittel in Form von Tee und Tinktur angeboten. Das reicht aber noch lange nicht um seine Fähigkeiten als Heilpflanze zu umschreiben.



Seine Inhaltstoffe sind: Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken), Kalzium, Kalium, Magnesium, Natrium, Silizium, Zink u.v.a.m. 
 
Ein Tee aus Weißdornblüten und Blättern hilft in einen entspannten Schlaf und bei Beschwerden in den Wechseljahren. Bei fiebrigen Erkrankungen kann er helfen das Herz zu stärken. Gut fürs Nervenkostüm und wenn die Welt eher grau als leuchtend ausschaut gibt der Weißdorn Beruhigung und wirkt aufhellend aufs Gemüt. Die Beeren können getrocknet werden und als Kaltansatz für Tee verwendet werden. Dazu nehme ich eine kleine Handvoll Beeren und setze sie mit 250 ml kaltem Wasser auf den Herd. Nach dem Aufkochen lasse ich den Tee noch ca. 15-20 Minuten ziehen. Dadurch kann er seine stärkende Kraft für unser Anliegen entfalten. Der Beerentee hilft nach einem stressigen Arbeitstag oder wenn das Herz in Aufruhr ist nach Überanstrengung. Wirkt gut bei belasteten Nerven.
Seit je her wird die Tinktur aus Weißdorn kreislaufunterstützend und zur Stärkung des Herzens angewendet. Sie soll durchblutungsfördernd und verdauungsanregend wirken. So mancher "Herzschmerz" kann durch den Weißdorn gelindert werden.

Tinktur :
Um selbst eine Tinktur herzustellen machen wir einen Spaziergang und ernten die roten Beeren vom Weißdorn. Diese werden mit klarem Wasser gewaschen und ein bischen zum Trocknen ausgebreitet. Dann füllen wir die abgetrockneten Beeren in ein sauberes Schraubglas oder Bügelglas (ca. 1 Liter). Darauf geben wir entweder Alkohol mit mindestens 40Vol.%(damit nichts gärt und schimmelt) oder einen guten Bio-Apfelessig. Nicht jeder mag regelmäßig Alkohol zu sich nehmen, auch wenn die Menge noch so gering ist. Der Essigansatz hat auch den Vorteil, daß er täglich zu den Mahlzeiten integriert werden kann.
 Als Standartmaß gilt: Mindestens  1/3 Pflanzenteile (bei lockerem Pflanzengut, wie Blätter und Stängel, eher 2/3 in der Menge) und 2/3 Alkohol.
Das Glas wird beschriftet mit Name und Datum und ca 1 Monat zimmerwarm und dunkel aufgestellt. Ab und an darf mal umgerührt werden. Ist aber nicht zwingend notwendig. Nach der Zeit des Auszugs wird die fertige Tinktur in Flaschen abgefiltert und dunkel und kühl (ohne Kühlschrank) aufbewahrt. 
Ich verwende Obstler, Doppelkorn oder Wodka mit mindesten 38 - 40 Vol %.    Mir ist dabei noch nie ein Ansatz gekippt.
Bei Verwendung von Apfelessig würde ich die Menge der Beeren auf etwa 2/3 erhöhen um einen effektiveren Auszug zu gewährleisten.
Einen ganzheitlichen Auszug erhalten wir, wenn wir sämliche Pflanzenteile verwenden. Also jetzt im Herbst die Beeren und evtl. Blätter und im Frühjahr junge Triebe mit Blatt und Blüte dazu geben. Wir können also nach dem Beerenauszug im kommenden Frühjahr noch Pflanzenteile zugeben und nochmals ziehen lassen. Dabei filtere ich meinen Beerenansatz wieder in ein Schraubglas und verwahre es im kühlen Keller bis zum Frühjahr.

Verwendung: Dazu möchte ich vorab sagen, daß jeder für die Anwendung seiner Tinktur selbst verantwortlich ist. Die Anwendung NICHT den Arzt ersetzt und jede Anwenderin oder Anwender sollte selbst überprüfen ob meine hier gegebenen Informationen nicht durch neuere Erkentnisse überholt sind.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß 3x täglich 3 Tropfen der Tinktur in ein Glas Wasser oder Tee ausreichen um den Herzkreislauf zu unterstützen. Eine wohltuende ausgleichende Hilfe.

Ich hatte oben schon mal angedeutet, daß die Beeren des Weißdorn auch in der Küche verwendet werden können. Ich mache gern einen Beerenessig.              Da gehören neben den Weißdornbeeren auch Vogelbeeren, Schlehen, Aroniabeeren und Kornelkirschen mit dazu. Damit noch bischen Würze reinkommt, peppe ich das Ganze mit roten, grünen und schwarzen Pfefferbeeren auf. So habe ich einen leckeren und gesunden Salatessig.
Die Beeren können zu Gelee verarbeitet  und natürlich auch roh gefuttert werden.

 Räuchern: Ich räuchere sehr gern, vor allem jetzt in der kühleren Zeit. Da kommt auch mal der Weißdorn zum Einsatz. Die Erkenntnisse die ich beim Räuchern gewinne helfen mir so manche verklemmte Situation aus einer höheren Warte zu betrachten und eine neue Sichtweise auf die Dinge zu bekommen. Das erleichtert und löst manche stressige Situation auf der Herzensebene .



Im Haus räuchere ich gern mit Stövchen und Teelicht. Das gibt einen zarten Duft und vermeidet Rauchschwaden, welche gern von der Räucherkohle produziert werden.  

Beim Schreiben für diesen Blogeintrag ist mir so richtig aufgegangen:
Ich bin im Herbst angekommen. Mit all den Themen, die da auf mich warten. Bunte Blätter, Husten, Schnupfen, wärmende Suppen und die häusliche Zeit. Geht es Euch auch so? Schreibt mir wenn Ihr Fragen habt oder Ihr noch Ideen zum Weißdorn einbringen möchtet. Ich freue mich über jeden Kommentar und den Austausch mit Euch.


Ich bin nicht so die begeisterte Dekorateurin aber im Herbst gibt es immer einen Kranz an die Tür. Da macht das Heimkommen doppelt Freude.

Habt es schön kuschelig und bis bald,
 Eure Pia

Sonntag, 23. September 2018

Herbst - Willkommen !

Ein Wahnsinnssommer geht zu Ende. Heiße Tage bis zu 35°C und pudelwarme Nächte begleiteten mich von Mai bis in den August. Seine letzte Kraft investiert der Sommer und beschenkt uns nun nochmal mit viel Sonne und Wärme an diesen Tagen. Dafür sind die Nächte schon kühl und morgens liegt viel Tau auf den Wiesen und die Luft ist erfrischend.
Der Urlaub liegt über 1 Woche zurück und war so wunderschön, daß das Ankommen schwer fällt. Frankreich war das Ziel der Reise. Ein paar Eindrücke möchte ich Euch da lassen zum staunen und nochmal schwärmen und die Seele baumeln lassen.

Die Kathetrale von Chartre







Diese Christus Statue hat mich berührt.


Bald sind sie reif, dann wird ihre Schale platzen und die Maronen werden herauspurzeln


Galettes mit Champignons




 Wir haben uns in der Bretagne durch die vegetarischen Speisenangebote gefuttert. Es war fantastisch! Vielfältig und ausgesprochen fantasievoll.


Eine riesige Brioche. Sooo lecker!





Auf der " Il de Re´ ". 
Es war magisch: 
Das Licht, der Duft und natürlich das Salz.

Salzgarten auf der Il de Re´

Diese Esel sind das Maskottchen der Insel.

 Wilde Karde

Weißdorn



Eine Pinie an unserem Campingplatz





Mit großer Begeisterung und Ausdauer haben wir den Wellen des Atlantik zugeschaut. Der Wind, die Sonne und
 die Brandung fesseln und faszinieren uns jedesmal neu.

 


Auch wenn der Abschied vom Sommer schwerfällt,
 mal ehrlich: 
er war schon ganz schön lang und 
sehr sonnig und heiß und trocken ...




Willkommen Herbst! 
Ich freue mich auf Deine kühlen Nächte, das goldene Licht, 
das rote Laub und die Zeit mit Halswickel und Fußbad -
Nein, eher nicht!
Aber einen schönen Tee mit Weißdorn und ein Fußbad, nachdem ich mühevoll die Wurzeln der wilden Karde ausgegraben habe und die vielen anderen Früchte des Herbstes geerntet habe, daß kann ich mir vorstellen. Warum mir diese Pflanzen und Wurzeln so wichtig sind, erzähle ich Euch beim nächsten Mal. 

Ich freue mich auf die kommende Zeit.

In der Wärme knistern und knacken sie so schön


Bis bald, Eure Pia







Freitag, 10. August 2018

Salbei, Durst und Urlaub

Unaufhaltsam geht der Sommer in die Phase seiner letzten Kraft. Und diese Kraft ist immer noch bedeutend. Heiß und duftend und herrlich!
Ich nutze die Zeit am frühen Morgen und kümmere mich um meine häuslichen Pflanzen. Schaue nach dem rechten und plane, was demnächst geerntet wird.
 
Diesmal ist der Salbei dran. Nachdem er bereits Mitte Mai ganz wunderbar geblüht hat, wollte ich ihm noch seine Zeit lassen und habe die Ernte verschoben. Aber nun steht er gut da und kann seinem höheren Zweck zugeführt werden.
Der Salbei - Salvia officinalis ist ein echter Alleskönner. Der Lippenblütler wächst immergrün unter der Sonne, hält Wind, Eis und Schnee problemlos aus und behält dabei seine heilende Kraft. Er kann durch Setzlinge oder auch Teilung vermehrt werden. Er ist dankbar für einen kräftigen Rückschnitt und zeigt sich wieder mit jungem Grün.
Zu seinen länglichen eiförmigen und filzig behaarten, grau-grünen Blättern passt die violette Färbung der Blüten ganz wunderbar.
Er liebt es für Tee, Tinktur und Kräuterküche geerntet zu werden. Um so mehr wächst er zu einer üppigen Pracht.
Paracelsus nannte den Salbei eine "Allheilpflanze". Tatsächlich wird dem Salvia officinalis eine große Bandbreite an heilenden Eigenschaften auch wissenschaftlich bescheinigt.
Er wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, dadurch auch wundheilend, adstringierend und blutstillend, krampflösend und harntreibend, schweißhemmend, magenstärkend, wirkt Blähungen entgegen und regt den Gallefluß an.
Dies sind alles nachgewiesene heilkräftige Wirkungen vom Gartensalbei, der steht bei uns im Garten, oder Balkon oder im Töpfchen auf der Fensterbank. Ein Alleskönner von diesem Format, überall erhältlich und super einfach in seiner Anwendung.





















                                                           


Als Tee ist er schon fast unschlagbar und dazu einfach zu zubereiten. Zum Trinken gegen Halsweh, Darm- und Magenbeschwerden oder zur Beruhigung der Nerven reicht es wenige Salbeiblätter mit kochendem Wasser zu übergießen und 3 bis 5 Minuten ziehen zu lassen. Bei längerer Ziehzeit wird er zu kräftig und schmeckt bitter. Zu Spülungen gegen den Weissfluss wird er sehr empfohlen, ebenso bei unregelmässiger Menstruation. Der Tee kann warm oder auch abgekühlt getrunken werden. Da hilft er wunderbar zur "inneren Kühlung" bei Hitzwallungen oder auch jetzt in der hochsommerlich heißen Phase in dieser Jahreszeit. 
 Der Salbei ist aber auch als starker Tee von wichtiger Bedeutung. Zum Gurgeln bei Entzündungen im Hals, Spülungen des Zahnfleischs oder Waschungen bei erhöhter Temperatur oder Hautkrankheiten und Ekzem.
Der starke Tee wird 15 Minuten ziehen gelassen und dann abgeseiht. Bitte nicht trinken, denn die enthaltenen Gerbstoffe können die Magenschleimhaut reizen.
Volksheilkundlich gibt es zum Salbei Aufzeichnungen von der Hl. Hildegard von Bingen. Sie schreibt dazu: " Nimm Salbei und pulverisiere ihn und iss dieses Pulver mit Brot, dies vermindert die schlechten Säfte in dir. Wer stinkenden Atem hat, der koche Salbei in Wein und trinke dies oft."
Ich selbst esse gern mal ein Salbeiblättchen und genieße die ätherischen Öle und seine kühlende Wirkung.
An die Weisheiten der Hl. Hildegard halte ich mich gern. Sie bietet so alltagstaugliche Rezepte an, welche gut umsetzbar sind. Da ich ein Fan von Kräutersalzen bin, gibt es natürlich bei mir auch ein Salbeisalz. Wobei ich den frischen Salbei mit Steinsalz mörsere und dann erst trockne. Das Salz nimmt sehr gut die Wirkstoffe des Salbei auf und es entsteht ein wunderbar aromatisches Kräutersalz.
Den "Küchensalbei" gibt es in mehreren Sorten. Ich selbst kenne den zarteren gestreiften Salbei, Annanassalbei und den Purpusalbei mit seinen bis ins violett gefärbten Blättern.
Überhaupt bietet die Kräuterküche ein prächtiges Aufgebot an aromatischen Möglichkeiten. Neben Salbeibutter und - frischkäse über frischen Salbei im selbst gebackenen Dinkelbrötchen über Omelett oder Pfannkuchen mit gehacktem Salbei bis zu angesetzten aromatischen Kräuter - ölen und Kräuteressigen wo der Salbei nie fehlen sollte.


Salbeitinktur zum Gurgeln bei Entzündungen im Zahnbereich oder Hals, z.B. bei Heiserkeit ist sehr hilfreich.
Vorallem wenn die kühle Jahreszeit beginnt und wir die Fenster und Türen nicht mehr dauerhaft geöffnet haben greife ich gern zum Salbei im Räucherbündel. Der Duft des rauchenden Salbei reinigt und desinfiziert die Raumluft und gibt mir persönlich einen erfrischten Raumduft. Aber zum Räuchern mit Kräutern gibt es nochmal ein Extraposting.


Da der Sommer sich immer wieder selbst anzuschieben scheint ist für uns alle die Hitzeperiode noch nicht vorbei. Durch viel Schwitzen kommt der Durst von ganz allein aber auch wenn das Gefühl unbedingt etwas trinken zu müssen noch nicht stark ist, sollten wir etwas zu uns nehmen. Das Durstgefühl zeigt uns, daß bereits ein Defizit entstanden ist. Deshalb lieber regelmäßig über den Tag reichlich Wasser trinken um nicht das Gefühl von Ausgelaugtsein zu bekommen. Das fühlt sich scheusslich an. Sehr lecker ist für mich, wenn ich einen Krug mit Wasser und Kräutern über Nacht durchziehen lasse. Salbei ist da immer mit dabei. schmeckt sehr erfrischend und ich trinke zusätzlich gleich  noch wichtige Mineralstoffe mit.

          Und dann wollen wir auch unsere kleinsten Mitbewohner nicht vergessen. Denn auch sie leiden in der Hitze grossen Durst. 
                     










Ich wünsche Euch einen erholsamen Sommer
Wenn es zu heiss ist, dann macht Euch doch einen kühlen Salbeitee in eine Sprühflasche. Das kühlt ganz wunderbar. Trinken nicht vergessen. 
Ich verabschiede mich in den Urlaub. Freue mich unbandig darauf und werde Euch dann berichten

 Bonjour la France !

 Ich freue mich, wenn Ihr mich wieder besucht
 Auf bald, Eure Pia

Sonntag, 15. Juli 2018

Kräuterwanderung in Südtirol 2. Teil

Am bedeutendsten finde ich beim wandern in den Alpen die klare Sicht und der Blick, welcher frei schweifen kann und in den Genuss einer spektakulären Aussicht kommt. Dieses Glück, noch dazu mit Sonnenschein konnten wir in vollen Zügen genießen. Im Gebirge über 2000 Meter ist die Vegetation sehr unterschiedlich. Das habe ich vorher gar nicht gewusst. Deshalb freute ich mich um so mehr,  Sonnenbeschienene farbenfroh blühende Almen zu erleben und weite Blicke hinauf zu den Giganten und tief hinab ins Tal zu bekommen.
Ein paar zauberhafte Eindrücke teile ich hier noch einmal mit Euch. Ich könnte unendlich lange über Berge und Täler erzählen und schwärmen aber lassen wir doch lieber die Bilder zu Worte kommen. 



 Es ist immer wieder erhebend, wenn sich nach einer Anhöhe oder Wegbiegung ein neuer Blick auftut ...


    ... oder es weitet sich plötzlich ein Tal unter Deinen Füßen.


                Unsere beiden Freunde konnten wir 
     bei unseren Rundwegen von mehreren Seiten betrachten




              Die Kräuterfrau musste auch mal fotografiert werden



   Vom blauen Enzian war ich sehr   
    angetan. 

    Leider waren wir für 
    die volle Blüte  zu früh dran.

    Es gab auch noch nicht viele 
    geöffnete Knospen. Aber ab 
    und zu leuchtete er aus der 
    Vielfalt der frühsommerlichen
    Blüten heraus.

      Hier inmitten von wildem
    Frauenmantel



                                         Gelber Enzian

Eine Bitterpflanze im wahrsten Sinne des Wortes. Die Alpenbewohner verwenden sie zur Herstellung von Kräuterschnaps für eine bessere Verdauung.


 Die Blütenvielfalt war unbeschreiblich.
 Hier haben wir die unter Naturschutz stehende
 Wiesenorchidee




Sehr fleißig habe ich das rote Habichtskraut gesammelt. Die Blütenköpfchen werden getrocknet und für Tee verwendet.
Es steht in der Volksheilkunde dafür, die Sehkraft zu verbessern.


 Zum Ende unserer Kräuterwanderung möchte ich noch ein bischen von der Lärche erzählen. In unserer Mittelfänkischen Region gibt es nicht sehr viele von diesen wundervollen 
Nadelbäumen. Deshalb hatte ich mich im Vorfeld schon mit der Lärche beschäftigt und sie stellte sich mir tatsächlich ganz oft in den Weg. Das sind ja echte Riesen, stehen an Hängen und sehr gern solitär. Dadurch wirken sie noch imposanter. Am spannendsten fand ich aber tatsächlich ihre Heilwirkung. Die Nadeln kann man in Honig einlegen und ziehen lassen. Man gewinnt dabei einen Honig für Infekte der oberen Luftwege. Die Nadeln können auch mit Alkohol zu Franzbranntwein angesetzt werden oder für Badesalz zum Erkältungsbad.

 
Die jungen  roten Zapfen habe ich mit
Freuden geerntet. 
Sie fühlten sich zwar etwas stachlig aber sie waren ansonsten saftig harzig 
und dufteten sehr intensiv. Dieses Harz 
ziehe ich in einem guten Olivenöl aus.
Der Auszug muss ca 6 Wochen in der Sonne stehen, damit sich die Harze aus den Zapfen lösen. Danach werde ich das Öl abseihen  und für Wundsalben und 
Erkältungsbalsam verwenden.








Erlebt eine schöne

 sonnig - sommerliche
 Zeit.

Genießt die Eindrücke die der Sommer Euch schenkt.

Bis bald

  Eure Pia 



Montag, 2. Juli 2018

Kräuterwanderung in Südtirol 1. Teil

Unerwartet freie Arbeitstage eröffnen unerwartete Möglichkeiten. Ich wollte schon immer mal auf eine Alm und die dort heimischen Kräuter kennenlernen. Also haben mein Mann und ich die Gelegenheit genutzt und sind zu einen "unerwarteten" Kurzurlaub aufgebrochen. Wandern war angesagt und natürlich Kräuter suchen, bestimmen und ein bischen sammeln.
Unsere Eindrücke und Suchergebnisse möchte ich hier mit Euch teilen. 




Die Blüte der Alpenrosen


 
Hier gleich ein ganzer Alpenrausch - von einer Jausenstation aus fotografiert


 Die rostrote Alpenrose gehört zur Gattung der Rhododendren und zur Familie der Heidekrautgewächse. 
Die Bezeichnung  - rostrot - wird vom Stiel oder Stämmchen der Büsche hergeleitet. Wenn die Stängel im Laufe der Jahre verholzen nehmen sie eine rostrote Färbung an.
 
Mein ganz großer Wunsch war, endlich mal eine richtige Arnikawiese zu sehen. Und er wurde erfüllt. Wir sind viel gewandert und hatten das Glück, neben unzähligen blühenden Heilkräutern auch die Arnika in großer Zahl zu bewundern.

Arnikawiese

Gemeinsam mit dem gelben Habichtskraut, 
Rotklee, Wundklee, Vergissmeinnicht, Gräsern und ... 
teilte sie sich diese Almwiese.


 
unzählige Blumen und Gräser




Die Arnika ist eine unter Naturschutz stehende Heilpflanze. 
Sie trägt dank ihrer Heilkraft auch den Namen 
" Bergwohlverleih" .

In den Bergen fühlt sich die Arnika zu Hause und streckt ihre Blütenmitte der Sonne entgegen und scheint da ihre Kräfte zu bündeln. Ihr Duft ist kräftig und aromatisch. 

Sie ist Heilpflanze und Giftpflanze zugleich. 

Weitere volkstümliche Namen sind: Fallkraut, Stichkraut und Wundkraut. Von diesen Namen kann man ihre Heilkraft herleiten.
Die Arnika als Tinktur aus der Apotheke äußerlich angewendet hilft bei Wunden, welche durch Quetschungen, Verstauchungen, Prellungen entstehen. Es lohnt sich, sich in der Apotheke über die Wirkung der Arnikatinktur beraten zu lassen und diesem wertvollen Heilmittel in der eigenen Hausapotheke einen Platz einzuräumen.
Als homöopathisches Mittel ist die Arnika in meiner Hausapotheke durch eigene Erfahrung seit über 20 Jahren ein wichtiger Bestand. 
Wer Interesse an der Arnika hat kann sie im eigenen Garten oder im Balkonkasten ansäen. Sie braucht einen sauren Boden und viel Sonnenschein. Saatgut gibt es im Fachhandel.
 
Und nochmal Arnika - diesmal mit Biene


Überhaupt habe ich mich sehr gefreut, daß es überall summte und brummte auf den Wiesen. Das gab mir das Gefühl - hier ist noch vieles in der ureigenen Ordnung.

Seid Ihr gespannt auf weitere Kräuter von den Almwiesen, dann schaut demnächst wieder herein. 
Ich freue mich auf Euren Besuch.

Habt es schön sommerlich,
Eure Pia