Blog-Archiv

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Von Herzen. Der Weißdorn

Nun ist er da, der Herbst und bringt alle seine schönen Farben und Geschenke mit. Natürlich auch Wind und alle Wetter. Von diesen sind wir zur Zeit glücklicherweise sehr verschont geblieben. Auch das sehe ich als Geschenk.
Da ich gerade von Geschenken schreibe, da hat Mutter Natur ja was ganz Besonderes für uns parat. 
Genau und gerade jetzt in dieser Zeit. Geht hinaus und schaut Euch um. An Wegrändern, als Ackerbegrenzung oder auch am Bolzplatz, überall finden wir den Weißdorn, der seine  roten Beeren aus dem Strauch leuchten läßt.



Jetzt zur Herbstzeit haben die Früchte des Weißdorn ihre Reife erreicht. Sie können geeerntet werden und zu vielen möglichen Ansätzen, Tränken und Tees verarbeitet werden.
Bevor ich aber davon erzähle, möchte ich Euch etwas über den Weißdorn berichten.
Der Weißdorn wächst  als Busch oder auch kleiner Baum und kann über 500 Jahre alt werden. Sein Holz ist zäh, hart  und belastbar.
Sein Name kommt wohl von der hellen Rinde, denn es gibt noch einen Schwarzdorn, der ebenfalls durch seine dunkle Rinde gut erkennbar ist. Die Blüten treiben nach dem Blatt heraus und riechen eher unangenehm. Blätter und lange wehrhafte Dornen sitzen am noch braunem Holz der jungen Zweige. Die Blätter sind bläulich - grün und sind drei- bis fünflappig (im Bild gut zu erkennen) und unbehaart. Die Blattform finde ich sehr schön und ich erkenne auch am Blattgrün sehr schnell den heilsamen Weißdorn.




" In der alten Zeit " schon entstand sein Name: Hagedorn. " Hag " heißt hegen oder auch beschützen. Deshalb fand er wohl neben dem Schlehdorn, Holunder und Brombeere seine wichtige Verwendung um z. Bsp. eine Dorfgemeinschaft einzuhegen. Gleichzeitig war er Windschutz und Abgrenzung.
Weitere volkstümliche Namen sind: 
Elfen-und Feenbirne, Zaundorn, Schlafdorn, Mehlbeere

In Sagen und Märchen wird der Weißdorn als Schutzbaum der Schlafenden immer wieder erwähnt. Gutherzig bewacht er die Schutzsuchenden und wehrt "Unrechte" mit seinen langen Dornen ab.
Schon durch diesen kleinen Einblick in die Volkskunde kann man erahnen was es mit der Heilwirkung beim Weißdorn auf sich hat.

Der Weißdorn Crategus, gehört zur Familie der Rosengewächse. Er ist eine anerkannte Arzneipflanze und wird vornehmlich als herstärkendes Mittel in Form von Tee und Tinktur angeboten. Das reicht aber noch lange nicht um seine Fähigkeiten als Heilpflanze zu umschreiben.



Seine Inhaltstoffe sind: Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken), Kalzium, Kalium, Magnesium, Natrium, Silizium, Zink u.v.a.m. 
 
Ein Tee aus Weißdornblüten und Blättern hilft in einen entspannten Schlaf und bei Beschwerden in den Wechseljahren. Bei fiebrigen Erkrankungen kann er helfen das Herz zu stärken. Gut fürs Nervenkostüm und wenn die Welt eher grau als leuchtend ausschaut gibt der Weißdorn Beruhigung und wirkt aufhellend aufs Gemüt. Die Beeren können getrocknet werden und als Kaltansatz für Tee verwendet werden. Dazu nehme ich eine kleine Handvoll Beeren und setze sie mit 250 ml kaltem Wasser auf den Herd. Nach dem Aufkochen lasse ich den Tee noch ca. 15-20 Minuten ziehen. Dadurch kann er seine stärkende Kraft für unser Anliegen entfalten. Der Beerentee hilft nach einem stressigen Arbeitstag oder wenn das Herz in Aufruhr ist nach Überanstrengung. Wirkt gut bei belasteten Nerven.
Seit je her wird die Tinktur aus Weißdorn kreislaufunterstützend und zur Stärkung des Herzens angewendet. Sie soll durchblutungsfördernd und verdauungsanregend wirken. So mancher "Herzschmerz" kann durch den Weißdorn gelindert werden.

Tinktur :
Um selbst eine Tinktur herzustellen machen wir einen Spaziergang und ernten die roten Beeren vom Weißdorn. Diese werden mit klarem Wasser gewaschen und ein bischen zum Trocknen ausgebreitet. Dann füllen wir die abgetrockneten Beeren in ein sauberes Schraubglas oder Bügelglas (ca. 1 Liter). Darauf geben wir entweder Alkohol mit mindestens 40Vol.%(damit nichts gärt und schimmelt) oder einen guten Bio-Apfelessig. Nicht jeder mag regelmäßig Alkohol zu sich nehmen, auch wenn die Menge noch so gering ist. Der Essigansatz hat auch den Vorteil, daß er täglich zu den Mahlzeiten integriert werden kann.
 Als Standartmaß gilt: Mindestens  1/3 Pflanzenteile (bei lockerem Pflanzengut, wie Blätter und Stängel, eher 2/3 in der Menge) und 2/3 Alkohol.
Das Glas wird beschriftet mit Name und Datum und ca 1 Monat zimmerwarm und dunkel aufgestellt. Ab und an darf mal umgerührt werden. Ist aber nicht zwingend notwendig. Nach der Zeit des Auszugs wird die fertige Tinktur in Flaschen abgefiltert und dunkel und kühl (ohne Kühlschrank) aufbewahrt. 
Ich verwende Obstler, Doppelkorn oder Wodka mit mindesten 38 - 40 Vol %.    Mir ist dabei noch nie ein Ansatz gekippt.
Bei Verwendung von Apfelessig würde ich die Menge der Beeren auf etwa 2/3 erhöhen um einen effektiveren Auszug zu gewährleisten.
Einen ganzheitlichen Auszug erhalten wir, wenn wir sämliche Pflanzenteile verwenden. Also jetzt im Herbst die Beeren und evtl. Blätter und im Frühjahr junge Triebe mit Blatt und Blüte dazu geben. Wir können also nach dem Beerenauszug im kommenden Frühjahr noch Pflanzenteile zugeben und nochmals ziehen lassen. Dabei filtere ich meinen Beerenansatz wieder in ein Schraubglas und verwahre es im kühlen Keller bis zum Frühjahr.

Verwendung: Dazu möchte ich vorab sagen, daß jeder für die Anwendung seiner Tinktur selbst verantwortlich ist. Die Anwendung NICHT den Arzt ersetzt und jede Anwenderin oder Anwender sollte selbst überprüfen ob meine hier gegebenen Informationen nicht durch neuere Erkentnisse überholt sind.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß 3x täglich 3 Tropfen der Tinktur in ein Glas Wasser oder Tee ausreichen um den Herzkreislauf zu unterstützen. Eine wohltuende ausgleichende Hilfe.

Ich hatte oben schon mal angedeutet, daß die Beeren des Weißdorn auch in der Küche verwendet werden können. Ich mache gern einen Beerenessig.              Da gehören neben den Weißdornbeeren auch Vogelbeeren, Schlehen, Aroniabeeren und Kornelkirschen mit dazu. Damit noch bischen Würze reinkommt, peppe ich das Ganze mit roten, grünen und schwarzen Pfefferbeeren auf. So habe ich einen leckeren und gesunden Salatessig.
Die Beeren können zu Gelee verarbeitet  und natürlich auch roh gefuttert werden.

 Räuchern: Ich räuchere sehr gern, vor allem jetzt in der kühleren Zeit. Da kommt auch mal der Weißdorn zum Einsatz. Die Erkenntnisse die ich beim Räuchern gewinne helfen mir so manche verklemmte Situation aus einer höheren Warte zu betrachten und eine neue Sichtweise auf die Dinge zu bekommen. Das erleichtert und löst manche stressige Situation auf der Herzensebene .



Im Haus räuchere ich gern mit Stövchen und Teelicht. Das gibt einen zarten Duft und vermeidet Rauchschwaden, welche gern von der Räucherkohle produziert werden.  

Beim Schreiben für diesen Blogeintrag ist mir so richtig aufgegangen:
Ich bin im Herbst angekommen. Mit all den Themen, die da auf mich warten. Bunte Blätter, Husten, Schnupfen, wärmende Suppen und die häusliche Zeit. Geht es Euch auch so? Schreibt mir wenn Ihr Fragen habt oder Ihr noch Ideen zum Weißdorn einbringen möchtet. Ich freue mich über jeden Kommentar und den Austausch mit Euch.


Ich bin nicht so die begeisterte Dekorateurin aber im Herbst gibt es immer einen Kranz an die Tür. Da macht das Heimkommen doppelt Freude.

Habt es schön kuschelig und bis bald,
 Eure Pia

Kommentare:

  1. Vielen Dank für diese wunderbaren Herbsttips mit Weissdorn! Da werde ich mich auf die Suche machen, denn so eine Tasse Tee ist bestimmt herrlich...

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Anja, da komme ich doch gleich mal mit. Ein paar Beeren zum Trocknen fehlen mir noch.

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Pia,
    deine Posts zu lesen, ist immer auch ein kleiner Schritt in meine Kindheit. In der Familie gab es einige Kräutermenschen und meine Großtante hat gemeinsam mit meinem Großonkel für jedes Familienmitglied den passenden Tee gemischt. Weißdorn ist mir vertraut, aber ich wusste nicht, dass er die Schlafenden beschützt. Wie schön.
    Dein Kranz ist zauberhaft geworden.
    Danke und eine wundervolle Zeit
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Elisabeth. Danke für Deinen Besuch. Ja, der Weißdorn wucherte um Dornröschens Turm, in dem sie ihren 100jährigen Schlaf verbrachte und Merlin soll von Viviane mit einem Bann belegt worden sein und er schläft mit dem Weißdorn, um im neuen Zeitalter erst wieder zu erwachen. Vieleicht hat Merlin einen zu kräftigen Schluck vom Weißdornlikör genommen :D
      Einen schönen Sonntag wünsche ich Dir, Pia

      Löschen
  4. Liebe Pia,
    ein sehr interessanter Beitrag!! Dankeschön.
    Liebe Grüße
    Karina

    AntwortenLöschen
  5. Sehr gerne Karina, Danke für Deinen Besuch. Pia

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.
Ich weise darauf hin, daß Du mit dem Abschicken Deines Kommentars akzeptierst, daß Dein Kommentar, Deine personenbezogenen Daten (Usernamen, Mailadresse) an Google-Server übermittelt werden.
Weitere Infos kannst Du in meiner Datenschutzerklärung ( unten am Seitenrand) und Google Datenschutzerklärung nachlesen.