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Samstag, 3. November 2018

Der Herbst und seine Farben

Enthällt unbezahlte Werbung wegen Namensnennung 
 
Es ist schon wieder ein Weilchen her, ich möchte trotzdem noch einmal Euren Blick auf die Farben des Herbstes lenken. Wir hatten vor 3 Wochen das Glück, ein paar Tage in der Südsteiermark zu verbringen. So mit Wandern, Besichtigungen von Mittelaltermuseum und  Burgen usw.
Da gäbe es viel zu erzählen aber irgendwie kann ich das hier im Blog schwierig thematisieren. Deshalb habe ich den Herbst in der südlichen Steiermark für Euch eingefangen. Das Wetter war mindestens gigantisch bis zauberhaft. 
Sonne den ganzen Tag und die Farben der Natur waren traumhaft. 
Aber schaut selbst.




Burg mit einem wunderbaren Museum in Deutschlandsberg










In der Ferne sieht man noch den Frühnebel.



















Das Sozialverhalten von Kühen fasziniert mich immer wieder. Ich könnte ewig da stehen und zuschauen wie sie sich gegenseitig das Fell lecken und schuppern.


 Mespulus germanica ...

Mispel
mit recht  großen Früchten.
In Österreich Asperl 
genannt.









Dazu fällt mir Asperlmus, Asperllikör, 
eingelegte Asperln, Marmelade und Gelee ein.
Die Mispel wird im späten Herbst geerntet und noch etwas gelagert, damit sie nachreift und weich wird. Dann läßt sie sich zu o.g. verarbeiten. 
In der Volksheilkunde hat sie auch einen wichtigen Auftrag. Sie hat eine zusammenziehende und kräftigende Wirkung. Daher wird sie bei Durchfall und Verdauungsstörungen verwendet. 



Die Farben im Herbst haben einen ganz eigenen Zauber.



 
Der Weinberg darf auch nicht fehlen. Leider sind die Handyfotos nicht wirklich gut gelungen. Ich hoffe, sie geben den idyllischen Eindruck trotzdem wieder, welchen ich von dieser Landschaft gewonnen hatte.




Die Ernte war natürlich schon durch. Die verwaisten Hänge mit ihren akurat ausgerichteten Weinstöcken in den herbstlichen Farben  fand ich trotzdem schön. Sie vermittelten eine Ruhe und Entspanntheit, wie man sie nach einem erfolgreichen Jahr erwartet. Auch die Weinbauern mit ihren Buschenschänken machten einen zufriedenen Eindruck. 


Wie drei kleine Mäuschen in ihrem Nest liegen die Maroni in ihrer wehrhaften Schale. Die Ernte war dieses Jahr super gut. Auch für mich. Da wir in einer Gruppe unterwegs waren gab es eifrige Sammler und Sammlerinnen. Auch wer keine Maronen essen mochte sammelte mit -  Gruppendynamik hat auch was Gutes. 😊
Maroni ist eine Edelkastanie und gehört zur Familie der Buchengewächse. Die Maronifrucht ist reif wenn die stachelige Fruchthülle noch am Baum aufplatzt und die Maroni freigibt. Diese fallen dann zu Boden und können eingesammelt werden. Dazu gefällt mir die Erinnerung an unseren Wandertag. Denn es machte ständig Klack, Klack, Klack ...
Mitunter war es gut zu schauen ob man unter einem Maronenbaum stehen geblieben ist. Die kleinen Freunde fallen von einer ziemlichen Höhe und das kann auf dem Kopf schon mal richtig weh tun. 
Die Maroni ist eine Nuß und hat trotzdem nur ca. 2% Fett und über 40% Kohlenhydrate. Dazu noch Vitamin B, C und E. Sie ist leicht verdaulich und  deshalb für die gesunde Küche sehr zu empfehlen. 
Was früher die Speise für arme Leute war ist inzwischen aufgrund ihrer Vielfältigkeit und des tollen Geschmacks zur Delikatesse gekürt worden. 
Maronimehl als 1/4 Zugabe im Pfannkuchenteig macht einen tollen aromatischen Geschmack. Der Klassiker ist eigentlich die geröstete Maroni. Dabei kommt die Maroni mit eingeritzter Schale in eine Eisenpfanne und wird über einer Feuerstelle geröstet oder in einen Röstofen. Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, daß der Röstofen oft die kleinen Freunde mehr verbrennt, statt röstet. Deshalb bevorzuge ich die offene Variante. Da sieht man wann die Maronen fertig sind. Das geht im eigenen Backofen auch sehr gut. Ich ritze die Maronen ein und lasse sie bischen in einer Schüssel mit Wasser liegen. Dann kommen sie in den vorgeheizten Backofen und nach 20-30 Minuten kann man sie genießen. 
Die Früchte des Moronenbaumes können sehr gut für Eintopfgerichte verwendet werden oder auch als Gemüsebeilage. Dazu kocht man die Früchte in Wasser und schält sie ab. So können sie entweder in Butter gedünstet oder zu Mus verarbeitet werden. Super lecker ist Maronireis. Dazu kocht man die Maroni in Milch, süßt nach Geschmack mit Honig oder Agavensüße oder Zucker oder ...
Dann wird das Ganze püriert und kann serviert werden.

 























Auch in der Volksheilkunde wird die Maroni geschätzt. 
Da sie ein eher basisches Lebensmittel und leicht verdaulich ist, findet diese Nußfrucht Verwendung für Kinder und Heranwachsende und vorallem auch ältere Menschen zum Stärken der Muskulatur und für die Rekonvaleszens nach schweren Erkrankungen. 
Also ein echt gutes Lebensmittel, was diesen Namen auch verdient.
Nach so viel Info für die Gesundheit hab ich noch was ganz besonders Gutes für die Seele, besonders lecker und echtes Hüftgold.

In Graz gönnten wir uns eine kleine Auszeit vom Trubel unserer Wandergruppe und genossen eine echte Sachertorte. Eine wunderbare Torte, die dem Gaumen und der Seele schmeichelt. Dazu eine perfekte Bedienung und wir fühlten uns rundum wohl.



Mit dieser schönen Erinnerung an meine kleine aber feine Reise in die Südsteiermark wünsche ich Euch ein zauberhaftes herbstliches Wochenende.
Macht es Euch kuschelig und genießt Eure freie Zeit.

Eure Pia

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Von Herzen. Der Weißdorn

Nun ist er da, der Herbst und bringt alle seine schönen Farben und Geschenke mit. Natürlich auch Wind und alle Wetter. Von diesen sind wir zur Zeit glücklicherweise sehr verschont geblieben. Auch das sehe ich als Geschenk.
Da ich gerade von Geschenken schreibe, da hat Mutter Natur ja was ganz Besonderes für uns parat. 
Genau und gerade jetzt in dieser Zeit. Geht hinaus und schaut Euch um. An Wegrändern, als Ackerbegrenzung oder auch am Bolzplatz, überall finden wir den Weißdorn, der seine  roten Beeren aus dem Strauch leuchten läßt.



Jetzt zur Herbstzeit haben die Früchte des Weißdorn ihre Reife erreicht. Sie können geeerntet werden und zu vielen möglichen Ansätzen, Tränken und Tees verarbeitet werden.
Bevor ich aber davon erzähle, möchte ich Euch etwas über den Weißdorn berichten.
Der Weißdorn wächst  als Busch oder auch kleiner Baum und kann über 500 Jahre alt werden. Sein Holz ist zäh, hart  und belastbar.
Sein Name kommt wohl von der hellen Rinde, denn es gibt noch einen Schwarzdorn, der ebenfalls durch seine dunkle Rinde gut erkennbar ist. Die Blüten treiben nach dem Blatt heraus und riechen eher unangenehm. Blätter und lange wehrhafte Dornen sitzen am noch braunem Holz der jungen Zweige. Die Blätter sind bläulich - grün und sind drei- bis fünflappig (im Bild gut zu erkennen) und unbehaart. Die Blattform finde ich sehr schön und ich erkenne auch am Blattgrün sehr schnell den heilsamen Weißdorn.




" In der alten Zeit " schon entstand sein Name: Hagedorn. " Hag " heißt hegen oder auch beschützen. Deshalb fand er wohl neben dem Schlehdorn, Holunder und Brombeere seine wichtige Verwendung um z. Bsp. eine Dorfgemeinschaft einzuhegen. Gleichzeitig war er Windschutz und Abgrenzung.
Weitere volkstümliche Namen sind: 
Elfen-und Feenbirne, Zaundorn, Schlafdorn, Mehlbeere

In Sagen und Märchen wird der Weißdorn als Schutzbaum der Schlafenden immer wieder erwähnt. Gutherzig bewacht er die Schutzsuchenden und wehrt "Unrechte" mit seinen langen Dornen ab.
Schon durch diesen kleinen Einblick in die Volkskunde kann man erahnen was es mit der Heilwirkung beim Weißdorn auf sich hat.

Der Weißdorn Crategus, gehört zur Familie der Rosengewächse. Er ist eine anerkannte Arzneipflanze und wird vornehmlich als herstärkendes Mittel in Form von Tee und Tinktur angeboten. Das reicht aber noch lange nicht um seine Fähigkeiten als Heilpflanze zu umschreiben.



Seine Inhaltstoffe sind: Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken), Kalzium, Kalium, Magnesium, Natrium, Silizium, Zink u.v.a.m. 
 
Ein Tee aus Weißdornblüten und Blättern hilft in einen entspannten Schlaf und bei Beschwerden in den Wechseljahren. Bei fiebrigen Erkrankungen kann er helfen das Herz zu stärken. Gut fürs Nervenkostüm und wenn die Welt eher grau als leuchtend ausschaut gibt der Weißdorn Beruhigung und wirkt aufhellend aufs Gemüt. Die Beeren können getrocknet werden und als Kaltansatz für Tee verwendet werden. Dazu nehme ich eine kleine Handvoll Beeren und setze sie mit 250 ml kaltem Wasser auf den Herd. Nach dem Aufkochen lasse ich den Tee noch ca. 15-20 Minuten ziehen. Dadurch kann er seine stärkende Kraft für unser Anliegen entfalten. Der Beerentee hilft nach einem stressigen Arbeitstag oder wenn das Herz in Aufruhr ist nach Überanstrengung. Wirkt gut bei belasteten Nerven.
Seit je her wird die Tinktur aus Weißdorn kreislaufunterstützend und zur Stärkung des Herzens angewendet. Sie soll durchblutungsfördernd und verdauungsanregend wirken. So mancher "Herzschmerz" kann durch den Weißdorn gelindert werden.

Tinktur :
Um selbst eine Tinktur herzustellen machen wir einen Spaziergang und ernten die roten Beeren vom Weißdorn. Diese werden mit klarem Wasser gewaschen und ein bischen zum Trocknen ausgebreitet. Dann füllen wir die abgetrockneten Beeren in ein sauberes Schraubglas oder Bügelglas (ca. 1 Liter). Darauf geben wir entweder Alkohol mit mindestens 40Vol.%(damit nichts gärt und schimmelt) oder einen guten Bio-Apfelessig. Nicht jeder mag regelmäßig Alkohol zu sich nehmen, auch wenn die Menge noch so gering ist. Der Essigansatz hat auch den Vorteil, daß er täglich zu den Mahlzeiten integriert werden kann.
 Als Standartmaß gilt: Mindestens  1/3 Pflanzenteile (bei lockerem Pflanzengut, wie Blätter und Stängel, eher 2/3 in der Menge) und 2/3 Alkohol.
Das Glas wird beschriftet mit Name und Datum und ca 1 Monat zimmerwarm und dunkel aufgestellt. Ab und an darf mal umgerührt werden. Ist aber nicht zwingend notwendig. Nach der Zeit des Auszugs wird die fertige Tinktur in Flaschen abgefiltert und dunkel und kühl (ohne Kühlschrank) aufbewahrt. 
Ich verwende Obstler, Doppelkorn oder Wodka mit mindesten 38 - 40 Vol %.    Mir ist dabei noch nie ein Ansatz gekippt.
Bei Verwendung von Apfelessig würde ich die Menge der Beeren auf etwa 2/3 erhöhen um einen effektiveren Auszug zu gewährleisten.
Einen ganzheitlichen Auszug erhalten wir, wenn wir sämliche Pflanzenteile verwenden. Also jetzt im Herbst die Beeren und evtl. Blätter und im Frühjahr junge Triebe mit Blatt und Blüte dazu geben. Wir können also nach dem Beerenauszug im kommenden Frühjahr noch Pflanzenteile zugeben und nochmals ziehen lassen. Dabei filtere ich meinen Beerenansatz wieder in ein Schraubglas und verwahre es im kühlen Keller bis zum Frühjahr.

Verwendung: Dazu möchte ich vorab sagen, daß jeder für die Anwendung seiner Tinktur selbst verantwortlich ist. Die Anwendung NICHT den Arzt ersetzt und jede Anwenderin oder Anwender sollte selbst überprüfen ob meine hier gegebenen Informationen nicht durch neuere Erkentnisse überholt sind.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß 3x täglich 3 Tropfen der Tinktur in ein Glas Wasser oder Tee ausreichen um den Herzkreislauf zu unterstützen. Eine wohltuende ausgleichende Hilfe.

Ich hatte oben schon mal angedeutet, daß die Beeren des Weißdorn auch in der Küche verwendet werden können. Ich mache gern einen Beerenessig.              Da gehören neben den Weißdornbeeren auch Vogelbeeren, Schlehen, Aroniabeeren und Kornelkirschen mit dazu. Damit noch bischen Würze reinkommt, peppe ich das Ganze mit roten, grünen und schwarzen Pfefferbeeren auf. So habe ich einen leckeren und gesunden Salatessig.
Die Beeren können zu Gelee verarbeitet  und natürlich auch roh gefuttert werden.

 Räuchern: Ich räuchere sehr gern, vor allem jetzt in der kühleren Zeit. Da kommt auch mal der Weißdorn zum Einsatz. Die Erkenntnisse die ich beim Räuchern gewinne helfen mir so manche verklemmte Situation aus einer höheren Warte zu betrachten und eine neue Sichtweise auf die Dinge zu bekommen. Das erleichtert und löst manche stressige Situation auf der Herzensebene .



Im Haus räuchere ich gern mit Stövchen und Teelicht. Das gibt einen zarten Duft und vermeidet Rauchschwaden, welche gern von der Räucherkohle produziert werden.  

Beim Schreiben für diesen Blogeintrag ist mir so richtig aufgegangen:
Ich bin im Herbst angekommen. Mit all den Themen, die da auf mich warten. Bunte Blätter, Husten, Schnupfen, wärmende Suppen und die häusliche Zeit. Geht es Euch auch so? Schreibt mir wenn Ihr Fragen habt oder Ihr noch Ideen zum Weißdorn einbringen möchtet. Ich freue mich über jeden Kommentar und den Austausch mit Euch.


Ich bin nicht so die begeisterte Dekorateurin aber im Herbst gibt es immer einen Kranz an die Tür. Da macht das Heimkommen doppelt Freude.

Habt es schön kuschelig und bis bald,
 Eure Pia