Blog-Archiv

Freitag, 10. August 2018

Salbei, Durst und Urlaub

Unaufhaltsam geht der Sommer in die Phase seiner letzten Kraft. Und diese Kraft ist immer noch bedeutend. Heiß und duftend und herrlich!
Ich nutze die Zeit am frühen Morgen und kümmere mich um meine häuslichen Pflanzen. Schaue nach dem rechten und plane, was demnächst geerntet wird.
 
Diesmal ist der Salbei dran. Nachdem er bereits Mitte Mai ganz wunderbar geblüht hat, wollte ich ihm noch seine Zeit lassen und habe die Ernte verschoben. Aber nun steht er gut da und kann seinem höheren Zweck zugeführt werden.
Der Salbei - Salvia officinalis ist ein echter Alleskönner. Der Lippenblütler wächst immergrün unter der Sonne, hält Wind, Eis und Schnee problemlos aus und behält dabei seine heilende Kraft. Er kann durch Setzlinge oder auch Teilung vermehrt werden. Er ist dankbar für einen kräftigen Rückschnitt und zeigt sich wieder mit jungem Grün.
Zu seinen länglichen eiförmigen und filzig behaarten, grau-grünen Blättern passt die violette Färbung der Blüten ganz wunderbar.
Er liebt es für Tee, Tinktur und Kräuterküche geerntet zu werden. Um so mehr wächst er zu einer üppigen Pracht.
Paracelsus nannte den Salbei eine "Allheilpflanze". Tatsächlich wird dem Salvia officinalis eine große Bandbreite an heilenden Eigenschaften auch wissenschaftlich bescheinigt.
Er wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, dadurch auch wundheilend, adstringierend und blutstillend, krampflösend und harntreibend, schweißhemmend, magenstärkend, wirkt Blähungen entgegen und regt den Gallefluß an.
Dies sind alles nachgewiesene heilkräftige Wirkungen vom Gartensalbei, der steht bei uns im Garten, oder Balkon oder im Töpfchen auf der Fensterbank. Ein Alleskönner von diesem Format, überall erhältlich und super einfach in seiner Anwendung.





















                                                           


Als Tee ist er schon fast unschlagbar und dazu einfach zu zubereiten. Zum Trinken gegen Halsweh, Darm- und Magenbeschwerden oder zur Beruhigung der Nerven reicht es wenige Salbeiblätter mit kochendem Wasser zu übergießen und 3 bis 5 Minuten ziehen zu lassen. Bei längerer Ziehzeit wird er zu kräftig und schmeckt bitter. Zu Spülungen gegen den Weissfluss wird er sehr empfohlen, ebenso bei unregelmässiger Menstruation. Der Tee kann warm oder auch abgekühlt getrunken werden. Da hilft er wunderbar zur "inneren Kühlung" bei Hitzwallungen oder auch jetzt in der hochsommerlich heißen Phase in dieser Jahreszeit. 
 Der Salbei ist aber auch als starker Tee von wichtiger Bedeutung. Zum Gurgeln bei Entzündungen im Hals, Spülungen des Zahnfleischs oder Waschungen bei erhöhter Temperatur oder Hautkrankheiten und Ekzem.
Der starke Tee wird 15 Minuten ziehen gelassen und dann abgeseiht. Bitte nicht trinken, denn die enthaltenen Gerbstoffe können die Magenschleimhaut reizen.
Volksheilkundlich gibt es zum Salbei Aufzeichnungen von der Hl. Hildegard von Bingen. Sie schreibt dazu: " Nimm Salbei und pulverisiere ihn und iss dieses Pulver mit Brot, dies vermindert die schlechten Säfte in dir. Wer stinkenden Atem hat, der koche Salbei in Wein und trinke dies oft."
Ich selbst esse gern mal ein Salbeiblättchen und genieße die ätherischen Öle und seine kühlende Wirkung.
An die Weisheiten der Hl. Hildegard halte ich mich gern. Sie bietet so alltagstaugliche Rezepte an, welche gut umsetzbar sind. Da ich ein Fan von Kräutersalzen bin, gibt es natürlich bei mir auch ein Salbeisalz. Wobei ich den frischen Salbei mit Steinsalz mörsere und dann erst trockne. Das Salz nimmt sehr gut die Wirkstoffe des Salbei auf und es entsteht ein wunderbar aromatisches Kräutersalz.
Den "Küchensalbei" gibt es in mehreren Sorten. Ich selbst kenne den zarteren gestreiften Salbei, Annanassalbei und den Purpusalbei mit seinen bis ins violett gefärbten Blättern.
Überhaupt bietet die Kräuterküche ein prächtiges Aufgebot an aromatischen Möglichkeiten. Neben Salbeibutter und - frischkäse über frischen Salbei im selbst gebackenen Dinkelbrötchen über Omelett oder Pfannkuchen mit gehacktem Salbei bis zu angesetzten aromatischen Kräuter - ölen und Kräuteressigen wo der Salbei nie fehlen sollte.


Salbeitinktur zum Gurgeln bei Entzündungen im Zahnbereich oder Hals, z.B. bei Heiserkeit ist sehr hilfreich.
Vorallem wenn die kühle Jahreszeit beginnt und wir die Fenster und Türen nicht mehr dauerhaft geöffnet haben greife ich gern zum Salbei im Räucherbündel. Der Duft des rauchenden Salbei reinigt und desinfiziert die Raumluft und gibt mir persönlich einen erfrischten Raumduft. Aber zum Räuchern mit Kräutern gibt es nochmal ein Extraposting.


Da der Sommer sich immer wieder selbst anzuschieben scheint ist für uns alle die Hitzeperiode noch nicht vorbei. Durch viel Schwitzen kommt der Durst von ganz allein aber auch wenn das Gefühl unbedingt etwas trinken zu müssen noch nicht stark ist, sollten wir etwas zu uns nehmen. Das Durstgefühl zeigt uns, daß bereits ein Defizit entstanden ist. Deshalb lieber regelmäßig über den Tag reichlich Wasser trinken um nicht das Gefühl von Ausgelaugtsein zu bekommen. Das fühlt sich scheusslich an. Sehr lecker ist für mich, wenn ich einen Krug mit Wasser und Kräutern über Nacht durchziehen lasse. Salbei ist da immer mit dabei. schmeckt sehr erfrischend und ich trinke zusätzlich gleich  noch wichtige Mineralstoffe mit.

          Und dann wollen wir auch unsere kleinsten Mitbewohner nicht vergessen. Denn auch sie leiden in der Hitze grossen Durst. 
                     










Ich wünsche Euch einen erholsamen Sommer
Wenn es zu heiss ist, dann macht Euch doch einen kühlen Salbeitee in eine Sprühflasche. Das kühlt ganz wunderbar. Trinken nicht vergessen. 
Ich verabschiede mich in den Urlaub. Freue mich unbandig darauf und werde Euch dann berichten

 Bonjour la France !

 Ich freue mich, wenn Ihr mich wieder besucht
 Auf bald, Eure Pia

Sonntag, 15. Juli 2018

Kräuterwanderung in Südtirol 2. Teil

Am bedeutendsten finde ich beim wandern in den Alpen die klare Sicht und der Blick, welcher frei schweifen kann und in den Genuss einer spektakulären Aussicht kommt. Dieses Glück, noch dazu mit Sonnenschein konnten wir in vollen Zügen genießen. Im Gebirge über 2000 Meter ist die Vegetation sehr unterschiedlich. Das habe ich vorher gar nicht gewusst. Deshalb freute ich mich um so mehr,  Sonnenbeschienene farbenfroh blühende Almen zu erleben und weite Blicke hinauf zu den Giganten und tief hinab ins Tal zu bekommen.
Ein paar zauberhafte Eindrücke teile ich hier noch einmal mit Euch. Ich könnte unendlich lange über Berge und Täler erzählen und schwärmen aber lassen wir doch lieber die Bilder zu Worte kommen. 



 Es ist immer wieder erhebend, wenn sich nach einer Anhöhe oder Wegbiegung ein neuer Blick auftut ...


    ... oder es weitet sich plötzlich ein Tal unter Deinen Füßen.


                Unsere beiden Freunde konnten wir 
     bei unseren Rundwegen von mehreren Seiten betrachten




              Die Kräuterfrau musste auch mal fotografiert werden



   Vom blauen Enzian war ich sehr   
    angetan. 

    Leider waren wir für 
    die volle Blüte  zu früh dran.

    Es gab auch noch nicht viele 
    geöffnete Knospen. Aber ab 
    und zu leuchtete er aus der 
    Vielfalt der frühsommerlichen
    Blüten heraus.

      Hier inmitten von wildem
    Frauenmantel



                                         Gelber Enzian

Eine Bitterpflanze im wahrsten Sinne des Wortes. Die Alpenbewohner verwenden sie zur Herstellung von Kräuterschnaps für eine bessere Verdauung.


 Die Blütenvielfalt war unbeschreiblich.
 Hier haben wir die unter Naturschutz stehende
 Wiesenorchidee




Sehr fleißig habe ich das rote Habichtskraut gesammelt. Die Blütenköpfchen werden getrocknet und für Tee verwendet.
Es steht in der Volksheilkunde dafür, die Sehkraft zu verbessern.


 Zum Ende unserer Kräuterwanderung möchte ich noch ein bischen von der Lärche erzählen. In unserer Mittelfänkischen Region gibt es nicht sehr viele von diesen wundervollen 
Nadelbäumen. Deshalb hatte ich mich im Vorfeld schon mit der Lärche beschäftigt und sie stellte sich mir tatsächlich ganz oft in den Weg. Das sind ja echte Riesen, stehen an Hängen und sehr gern solitär. Dadurch wirken sie noch imposanter. Am spannendsten fand ich aber tatsächlich ihre Heilwirkung. Die Nadeln kann man in Honig einlegen und ziehen lassen. Man gewinnt dabei einen Honig für Infekte der oberen Luftwege. Die Nadeln können auch mit Alkohol zu Franzbranntwein angesetzt werden oder für Badesalz zum Erkältungsbad.

 
Die jungen  roten Zapfen habe ich mit
Freuden geerntet. 
Sie fühlten sich zwar etwas stachlig aber sie waren ansonsten saftig harzig 
und dufteten sehr intensiv. Dieses Harz 
ziehe ich in einem guten Olivenöl aus.
Der Auszug muss ca 6 Wochen in der Sonne stehen, damit sich die Harze aus den Zapfen lösen. Danach werde ich das Öl abseihen  und für Wundsalben und 
Erkältungsbalsam verwenden.








Erlebt eine schöne

 sonnig - sommerliche
 Zeit.

Genießt die Eindrücke die der Sommer Euch schenkt.

Bis bald

  Eure Pia