Sonntag, 10. Februar 2019

Winterspaziergang

Schnee, viel Schnee und noch mehr davon...
Überall im südlichen Deutschland schneite es, nur wir kleines Frankenland bekamen wenig davon ab. Zum Einen gut, wir hatten nicht die Qual des Schippens und andererseits gab es keine außergewöhnlichen Gefahren für Straßen, Gebäude und uns Menschen.
Dafür durften wir dann das wunderbare Weiß genießen, als es endlich auch mal bei uns "vorbeischneite".
Ich weiß ja nicht wie es Euch ergeht aber mit so viel plötzlicher Helligkeit und Glitzer auf dem weißen Teppich hebt sich meine Stimmung sofort auf "heiter". 
😊

Ich bin sehr gerne im Wald unterwegs. Wir haben ihn ja fast vor der Haustüre. Und meine Kräuterspaziergänger führe ich auch gern dort hin.
Dabei bekommt man ein bischen Einblick, wie sich die Natur im Laufe der Jahreszeiten verändert. Wobei jede Jahreszeit etwas Besonderes bereit hält. 
Einen Winterwald kenne ich reichlich aus meiner Kindheit im Erzgebirge. Trotzdem fasziniert mich immer wieder der entspannte mystische Eindruck, den ein verschneiter Wald bei mir hinterläßt.
Möchtet Ihr mitkommen? Dann mal los. Warm anziehen und Futter für die Eichhörnchen mitnehmen.


Nanu, keiner unterwegs? Doch, zu beiden Seiten des Weges gibt es Skispuren.


Wollen die Bäume mich gar nicht durchlassen?    


Zur Magie im Wald gehört auch ein verschneites Hexentrepplein.


Der kleine Bach murmelt nur noch. Es ist sehr still hier überall.


Der Schnee zaubert bizarre Gebilde in die Landschaft


Ich folge mal den Spuren in den Wald ...


... und lasse den Eichhörnchen ein bisschen Futter da. 




 

Der Bach von der anderen Seite. 

Die Eiche wirft ihr Laub erst wenn die neuen Triebe kommen
              

Oho, was ist das! Seht Ihr die ersten kleinen Spitzen auch?


 
Die Erle


Da tut sich doch was! Vieleicht schon eine Frühlingsahnung?

Diese Kerlchen kennen sich genau aus. Blinzelt die Sonne, blinzeln sie zurück.

Die ganz Verwegenen halten also Ausschau nach dem Frühling. Es werden noch viele mehr dazu kommen, obwohl  doch noch Winter ist. Aber die Natur hat ihre eigene Uhr und richtet sich nicht nach unserem Kalender. 
Ja, es rumort schon unter dem Schnee, es regt sich der Saft in Stämmen und Zweigen. Der Winterling zeigt uns an - bald ist es soweit. Die Natur bereitet sich vor. Die Winterruhe geht zu Ende. 

Danke, daß Ihr mich bis hier hin begleitet habt. Macht es Euch gemütlich und kuschelt Euch noch ein bischen ein. 
Denn, ein Sonnenstrahl macht noch keinen Frühling. Wir haben also noch ein bischen Zeit und vieleicht kommt noch das eine oder andere Schneeflöckchen vom Himmel gefallen.


Das Vogelhäuschen im Garten ist gut besucht. Die kleinen Freunde brauchen unsere Hilfe bis der Frühling kommt und sie sich auf die Leckereien stürzen können, die Mutter Natur ihnen bietet.

In diesem Sinne, sorgt auch gut für Euch und freut Euch mit mir über die erwachende Natur.
Eure Pia









Sonntag, 6. Januar 2019

Die Pflanzen des Jahres 2019

Johanniskraut - Heilpflanze des Jahres 2019

Für das Jahr 2019 wurde das 
 echte Johanniskraut
  Hypericum perforatum 
zur Heilpflanze des Jahres gewählt.
Dieses wunderbare Heilkraut begleitet mich seit vielen Jahren und die vielfältigen Möglichkeiten der heilsamen Anwendungen lassen mich immer wieder staunen.



Der Name der Pflanze bezieht sich auf Johannis den Täufer. Am 24. Juni zum Johannistag wird sie traditionell geerntet und zum Trocknen oder zur weiteren Verarbeitung für Heil und Segen der Familie verwendet (So die Aussagen aus kirchlichen Kreisen).
Weitere Namen für das Johanniskraut sind: 
Teufelsflucht, Hexenkraut, Wundkraut, Frauenkraut, Hartheu,Tüpfel - Johanniskraut, Blutkraut, u.v.m.

Die heilige Hildegard von Bingen (1098-1178) schrieb dem Kraut eine entkrampfende und gemütsaufhellende Wirkung zu. Besonders Wöchnerinnen sollten von diesem Heilkraut eine wohltuende Wirkung erfahren.
Paracelsus (1493-1541) rühmte die Heilwirkung des Johanniskrauts und empfahl es bei Melancholi und zur Wundheilung.
Pfarrer Kneipp (1821-1897) kann zum Johanniskraut auch nur wunderbares berichten: Wundheilend, Abschwellend, Hilfreich bei Hexenschuss und Gicht. 
Als  stimmungsaufhellend und nervenstärkend wird das Johanniskraut von ihm beschrieben.

Und sie haben so recht. 
All diese Gelehrten und Volksmediziner des Mittelalters und 19. Jhd.



 
Denn seit den 1970er Jahren ist das echte Johanniskraut eine anerkannte Heilpflanze. Vielfältig erforscht und trotzdem noch immer ein Mysterium. Die Heilwirkung ist so vielfältig, daß noch immer wesentliche Zusammenhänge in der Wirkstoffzusammensetzung erforscht werden. Dies scheint mir auch der Grund zu sein, weshalb das echte Johanniskraut wiederum zur Heilpflanze 2019 gewählt wurde. Bereits 2015 konnte sie sich Heilpflanze des Jahres nennen.



Weißdorn - Arzneipflanze des Jahres 2019



Es wird nicht nur eine Heilpflanze gekürt, sondern auch eine Arzneipflanze
In diesem Jahr ist es der Weißdorn (Crataegus oxyacantha).

Zum Weissdorn gibt es ebenfalls viele Informationen zur Heilwirkung und volksheilkundlicher Geschichte.
Seine volkstümlichen Namen sind u.a.: Hagedorn, Feenbirne, Hagapfel, Mehlbeere ...
Der Weißdorn ist eine Arzneipflanze mit gut verträglicher und sanfter Wirkung bei Erkrankungen, wie Herzmuskelschwäche und Erkrankungen der Herzkranzgefäße. 
Volksheilkundlich wurde schon immer der Tee von Blatt und Blüte und Früchte zur Regulierung des Blutdrucks und zur Stärkung des Herzens verwendet. 
Die Kelten kannten den Weißdorn als magischen Strauch/Baum. Sie schätzten und nutzten ihn als Schutzbaum und Hecke vor bösen Mächten. In der Antike wurde die Rinde des Weißdorns verwendet um Dornen und Splitter aus der Haut zu entfernen. Dioskurides empfahl die Früchte des Weißdorns zur Bekämpfung von Durchfall.
In der Klostermedizin gab es kaum Hinweise zum Weißdorn. 


  
Erst später, ca. 14. Jhd. wurden die Gerbstoffe der Früchte des Weißdorns zum Gurgeln gegen Halsentzündungen genutzt. Ebenso wurde ein Brei aus den Früchten äußerlich zur Blutstillung und bei Geschwüren angewendet.
Pfarrer Kneipp wußte bereits um die herzstärkende Wirkung von Blüten und Blättern dieses großartigen, allseits bekannten Weißdorns. Maria Treben hat ebenso auf die heilende Wirkung des Weißdorns in seiner Ganzheit hingewiesen.


Noch was spannendes:

 Seit 1990 wird der Heilpflanze des Jahres Respekt gezollt um der Phytotherapie einen größeren Stellenwert zu geben und auf ihre Wichtigkeit hinzuweisen.
Warum ist eine Heilpflanze nicht gleich auch eine Arzneipflanze?
Eine Arzneipflanze ist in der Dosis ihres Wirkstoffgehaltes deutlich höher. Deshalb können die Wirkstoffe aus einer Arzneipflanze extrahiert und direkt in ein Arzneimittel eingearbeitet werden. Eine Heilpflanze kann auf grund ihrer Wirkstoffe zur Linderung einer Krankheit verwendet werden. Eine Heilung ist nicht garantiert, obwohl es Heilkraut heißt. Und jetzt kommts: Eine Arzneipflanze kann aber gleichzeitig auch eine Heilpflanze sein. Und eine Heilpflanze kann zur Arzneipflanze ernannt werden, wenn die Wissenschaft nachgewiesen hat, dass ihre Wirkstoffe tatsächlich heilend wirken, bzw. höhere Wirkungen aufweisen als bisher angenommen. So ist es dem Johanniskraut ergangen. Jeder weiß wie großartig dieses Heilkraut wirkt aber erst nach intensiver Forschung wurden die Wirkstoffe als Arzneimittel anerkannt.
 
Also erfreulich spannende und vielseite Heilkräuter.
Deshalb werde ich in den folgenden Posts umfassende Pflanzenportrait zum Johanniskraut und Weißdorn schreiben. Von mir erprobte Rezepte und Anleitung zur eigenen Anwendung werden ebenfalls dabei sein. 

 

Ich hoffe, der Text war nicht zu langatmig. Ich fand es wichtig, allgemeine Informationen zu diesen tollen Pflanzen vorab an Euch weiter zu geben und diese damit zu zu feiern.

Ich wünsche Euch allen ein gesundes Jahr 2019 und freue mich, wenn Ihr mich weiterhin durch den Jahreslauf begleitet.

Macht es Euch kuschelig in dieser nasskalten Zeit.
Bis bald, Eure Pia