Posts mit dem Label Aufguß werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Aufguß werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 29. Juni 2020

Lavendelrezepte

Enthält Werbung wegen Namensnennung und  Verlinkung- unbezahlt und mit Freuden.

Es ist soweit, überall erblüht der Lavendel. In der Provence beginnt die Lavendelernte. Da die Ernte fast ausschließlich der Gewinnung von ätherischen Ölen dient, ist der richtige Zeitpunkt sehr wichtig.
Wir haben es leichter mit unseren Lavendelbüschen im Garten oder in den Töpfen und Kübeln auf dem Balkon.




Bei geringen Mengen an Lavendelblüten können wir trotzdem hier und da ein bisschen zupfen und eine "lavendelige Note" in unser Erfrischungsgetränk zaubern oder es reicht sogar für einen wunderbar aromatischen Lavendelsirup.

Für einen wirklich guten blumigen und farbigen Lavendelsirup brauchen wir etwas Zeit. Der Lavendel wird geerntet, wenn er ca. zur Hälfte erblüht ist. Wir verwenden die Blütenköpfchen. Sie werden estwas gerupft und mit in Scheiben geschnittenen Bio Zitronen in Wasser in einem Kochtopf über mehrere Stunden, am besten über Nacht ein. Dann wird das Ganze aufgekocht und nochmals mehrere Stunden ziehen gelassen. Der gesamte Sud wird abgeseiht und das "Lavendelwasser" in einem sauberen Topf aufgefangen. Danach wird der Zucker dazugegeben. Wir brauchen ein Mischungsverhältnis von 1:1 von Wasser und Zucker. Sehr langsam mit mittlerer Temperatur löst sich der Zucker im Lavendelansatz auf. Dann sollte der Sirup aufkochen und kann in sterile Flaschen abgefüllt werden.


Zutaten:
➮ 2 Handvoll frische Lavendelblüten, möglichst ohne Stiel
➮ 2 mittlere Zitronen
➮ 700 ml Wasser
➮ 700ml weissen Zucker

Diese wunderschöne Farbe hält sich nicht sehr lang, deshalb am besten die Sirupflaschen in einen Schrank aufbewahren. Bei viel Lichteinfluss wird die Farbe verblassen. Das tut der Qualität des Lavendelsirups aber keinen Schaden. Er ist problemlos mindestens ein halbes Jahr haltbar. Wie wir alle wissen, heißt der Spruch: Kühl und dunkel lagern. Meine Sirupe stehen im kühlen Keller problemlos auch mal 1 Jahr.

Ich verwende zugunsten der schönen Farbgebung ausnahmsweise weissen Zucker.
Mit Rohrohrzucker ergibt sich je nach Färbung des Zuckers ein eher dunklerer bräunlicher Farbton.
Zum sterilisieren können die Flaschen inkl. Verschlüsse 10 Minuten in Wasser ausgekocht werden oder für 15 Minuten im Backofen bei 150°C sterilisiert werden.

Ganz wunderbar lässt sich der Sirup mit Wasser verdünnt als Erfrischungsgetränk genießen. Der Sirup kann in einen Eiswürfelbehälter gegeben und eingefroren werden. In Sekt, Weißwein oder Mineralwasser ist dies eine köstlicher Genuss.

Aus dem Sirup kann auch ein leckeres Sorbet hergestellt werden.

Ich verwende da ein Grundrezept, welches sich auch für ein Zitronensorbet eignet. Lavendel und Zitrone passen geschmacklich sowieso gut zueinander, daher könnte man sie auch mischen. Dazu bräuchte es noch einen Zitronensirup.
Wir probieren jetzt mal ein Lavendelsorbet:
Dazu nehmen wir 100ml Lavendelsirup, geben ca. 30 ml Wasser hinzu. Wer es kräftiger im Geschmack mag, kann 2 Tropfen reines ätherisches Lavendelöl noch dazu geben.
Die Zutaten werden in eine gefrierfeste Schale gegeben, gut verrührt und ins Gefrierfach gestellt. Um große Eiskristalle zu vermeiden wird alle 30 Minuten durchgerührt. Das Sorbet verfestigt sich und bei gwünschter Konsistenz ist es servierfertig. Dies dauert ungefähr 1,5 Stunden.
Sehr gern verwende ich auch einen Lavendelzucker. Das geht sehr einfach und ist schnell gezaubert. Für den Lavendelzucker verwende ich den Birkenzucker. Der ist zahnfreundlich und ich  finde den knusprigen Lavendelzucker sehr lecker auf Joghurts und Beerensalaten.

 
     


Unverzichtbar in meiner Küche ist die Kräutermischung " Herbs de Provence" mit Lavendel. Sie besteht aus: 2 Teilen jeweils getrockneten Rosmarin, Bergbohnenkraut, Thymian, Oregano und 1 Teil Lavendelblüten.
Ich verwende die berühmte Kräutermischung für Salatdressings, Eintöpfen und Saucen und Quiche.
Ganz gern mache ich da auch eine Paste mit den frischen Kräutern, dazu gebe ich dann noch ein paar Tropfen gutes Olivenöl und eine Prise Salz und püriere die Kräuter. Für diese Variante verwende ich dann zusätzlich 2 Teile Basilikum.
In ein steriles Glas gehüllt und im Kühlschrank einige Wochen haltbar.
Diese frische Mischung eignet sich gut für Saucen und Dressings. Sie ist etwas kräftiger im Geschmack als in der getrockneten Mischung.

Lavendelessig mit Weißweinessig

In sommerlich leichten Salaten sind blumig-aromatische Dressings ein Genuß. Dafür ist ein Lavendelessig sehr schnell gemacht.
Ich verwende einen Bio-Weißweinessig mit 6% Säure. Diesen fülle ich in eine saubere Flasche oder Glas und gebe Lavendelblüten dazu. Diesen Ansatz lasse ich ca 2 Wochen an einem kühlen dunklen Ort (Keller oder ein Eck in der Küche) ziehen. Auf 300 ml Essig nehme ich eine kleine Handvoll Lavendelblüten.
Ist er gut gezogen wird der Lavendelessig in eine dekorative Flasche abgeseiht. Zur Dekoration gebe ich noch 3 Lavendelzweige in die Flasche.

Lavendelessig mit Apfelessig

Den Lavendel mit Apfelessig mache ich genau so wie den mit Weißweinessig. Ich lasse ihn aber ca 3 Wochen ziehen. Der Säuregehalt des  Apfelessig liegt ca. bei  5%.
Ich verwende dazu wieder einen Bio-Apfelessig und verfahre wie oben beschrieben.
Der Geschmack des Lavendels kommt auch im Apfelessig sehr gut heraus, gibt aber durch den Obstessig eine fruchtigere Note. Ich mag ihn so am liebsten in Blattsalaten oder Gurkensalat.

Hauptsächlich verwende ich den Lavendel-Apfelessig auch für Heilzwecke.
An heißen Sommertagen eine kühlende Kompresse im Nacken oder abgefüllt in eine Sprayflasche zum besprühen in die Armbeugen, bringt der kühle Hauch Linderung bei Überhitzung. Dazu verdünne ich den Lavendelessig 1:5 mit Wasser und verwende eine leere ausgekochte Sprühflasche.
Oder ein Tuch mit der Essig-Wasser Mischung getränkt und in ein kleines Schraubglas gegeben und schon bin ich gerüstet für einen Sommerausflug.
Sehr gut hilft solch eine Lavendel-Apfelessig-Kompresse auch bei Hitzewallungen. Ein kühlendes Fußbad oder Armbad mit einem Schuss unseres Lavendelessigs ist ebenfalls zu empfehlen. Der Apfelessig ist sehr angenem für die Haut und der Lavendel ist bekannt für seine hautberuhigende Wirkung.
Eine saure Rinse mit diesem Lavendelessig ist ebenfall sehr angenehm. Wer seine Haare mit Haarseife oder Alepposeife wäscht, benutzt meist zum Abschluß eine verdünnte Essiglösung um die Haare glänzen zu lassen. Außerdem sind die Haare nach der Wäsche gut kämmbar.

Unverzichtbar finde ich auch ein Lavendelöl. Einmal als duftendes Aromaöl für die Körperpflege und als entspannendes Massageöl. Und gleichzeitig als Heilöl für die Hausapotheke.




Für ein Ansatzöl empfehle ich Olivenöl in guter Qualität. Besonders als Massageöl ist es gut geeignet, da es sehr schön in die Haut einzieht und gleichzeitig pflegt. Sowohl für das Massageöl als auch Heilöl verwende ich zumindest angetrocknete Lavendelblüten um etwaiger Schimmelbildung vorzubeugen.
Für ein duftendes Lavendel-Massageöl nehme ich ein sauberes (steriles) Glas, da hinein fülle ich zu 1/3 angetrocknete oder trockene Lavendelblüten und fülle es mit dem Olivenöl auf.
Ölansätze sollten grundsätzlich nicht in der Sonne (außer Johanniskrautöl) ausgezogen werden. Sie sollten warm stehen damit das Öl die Blüten gut "mazerieren" kann. Nach 4-6 Wochen seihe ich das Mazerat (Ölauszug) durch ein feines Tuch ab. Es sollten keine Schwebteilchen im Öl sein. Das könnte Schimmelbildung verursachen.
In eine schöne Flasche abfüllen und möglichst dunkel aufbewahren und natürlich unbedingt anwenden. Auf die feuchte Haut, z.B. nach dem Duschen aufgetragen, macht es die Haut sehr schön weich und sie duftet zart nach Lavendel.

Ein Heilöl mit Lavendel verwende ich z.B. nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne. Auch bei kleinen Hautabschürfungen hat es mir schon gute Dienste geleistet. Muskelkater bessert sich nach einer kleinen sanften Massage mit Lavendelöl.
Für ein "After Sun" Öl verwende ich gern ein Aloe Vera Öl. Die Handhabe des Ölansatzes ist die Gleiche, wie schon oben beschrieben.
Dieses Lavendel-Aloe Öl kühlt die Haut nach dem Sonnenbad sehr schön, zieht gut ein und versorgt die Haut gleichzeitig mit Feuchtigkeit und den regenerierenden Eigenschaften des Lavendels.
Es können aber auch andere Öle verwendet werden, wie z.B. Mandelöl oder Sonnenblumenöl.
Wichtig ! Zu beachten ist, daß das Lavendelöl immer so lang haltbar ist, wie das Basisöl. Danach sollte zumindest kontrolliert werden, ob es ranzig riecht.
Das Lavendelöl kann sehr gut auch als Grundlage für Salben, Cremes und Lotionen hergenommen werden.

Bei Verspannungen und Gliederschmerzen eignet sich eine Lavendelessenz. Dafür gebe ich ca. 60g Lavendelblüten in ein Schraubglas und gebe 500ml 40% Alkohol (Korn) dazu. Dieser Ansatz darf für ca 1 Woche durchziehen, dann seihe ich ihn in eine Flasche ab und habe immer ein Hausmittel zur Hand, wenn es z.B. Spannungskopfschmerzen gibt. Ich verwende die Lavendelessenz u.a. äußerlich verdünnt als Umschlag oder massiere die verspannten Regionen damit.

Besonders hilfreich zur Mottenbekämpfung im Kleiderschrank sind selbst gemachte Lavendelsäckchen oder Lavendelstäbe. Gerade Kleidermotten mögen es gern kuschelig und dunkel. Deshalb hänge ich jedes Jahr frische Lavendelsäckchen in den Kleider-und Wäscheschrank. Außerdem duftet es sehr angehm.
Wer es mal probieren möchte, Lavendelstäbe selbst zu basteln, klickt den Link :


Doris Kern führt da sehr schön anschaulich vor, wie ein Lavendelstab entsteht.
Vielen Dank liebe Doris, daß ich Dich hier bei mir verlinken darf.



Ich hab das auch mal ausprobiert und fand es richtig spannend. Ein bisschen Fingerfertigkeit ist von Vorteil. Jedenfalls ist diese Idee für den Kleiderschrank sehr dekorativ und natürlich duftend und  wirkungsvoll gegen die ungeliebten kleinen Gäste im Wäschschrank.

Es gäbe noch so viele Rezepte mit Lavendel. Ich beschäftige mich schon einige Jahre mit dem Lavendel. Sowohl kulinarisch als auch mit seiner Heilwirkung. Ich finde immer wieder neue Lektüre zu dieser wunderbaren Heilpflanze und dabei begegnet mir auch immer wieder ein neues Rezept.
Bevor ich mich heute verabschiede gibt es noch ein kleines Rezept.

 Lavendeltee




Dazu braucht es ein Teeglas mit ein paar Zweiglein Lavendel oder schon getrocknetes Kraut aus der Vorratdose, dazu einen Schnitz von einer Bio-Zitrone. Dieses dann mit kochendem  Wasser aufgießen und ein paar Minuten ziehen lassen. Dabei nimmt das Wasser eine leicht "lavendelige" Farbe an und duftet zart. Dazu nehme ich noch ein paar Krümel meines Lavendelzuckers. Dieser Tee kann heiß als auch gekühlt genossen werden.
Wunderbar entspannt kann die Nacht dann kommen.

Ich wünsche Euch allen einen wunderbar duftenden und entspannten Sommer. Viel Zeit für eigene Wünsche und Gedanken und vielleicht ein wenig Urlaub vom Alltag.

Bis bald und habt eine sonnige Zeit,
Eure Pia

Montag, 12. März 2018

Wir sind schon da!

Lungenkraut, Pulmonaria officinalis

Blaßrosa, Blau bis Zartlila schauen die Blütchen des Lungenkrauts aus dem feuchten Gartenboden heraus.
" Wir sind schon da, siehst Du uns? "
Natürlich hab ich sie entdeckt bei meinem Rundgang durch den Garten. Wenige Stunden mit etwas  Sonnenschein, schon geben die Pflänzchen Gas, als hätten sie nur darauf gewartet aufgeweckt zu werden.
In meinem Kräutergärtchen rief mich also das Lungenkraut und bittet um Aufmerksamkeit. Schließlich ist sie eine wichtige Pflanze, mit viel Heilwirkung, geringem Anspruch und interessanter Schönheit.

Aus altem Laub schauen die zarten Blütenkelche hervor.




Das ganze Frühjahr über wird uns das Lungenkraut mit seinen Blütenkelchen von rosa über rot bis blauviolett ihre Heilwirkung zur Verfügung stellen. Es blüht bis zum späten Frühling und entwickelt ihr schönes helles silbrig- bis weißgeflecktes Laub. Dieses Blattwerk ist bis zum Herbst eine echte Zierde im halbschattigen bis schattigen Garten. 
Sobald die Bienen die Blüten des Lungenkrauts bestäubt haben, ändert sich die Farbe in Violett.


Da war wohl schon ein Bienchen zu Besuch ?


 
In der Volksheilkunde wird das Kraut als Heilmittel für Lungenkrankheiten und Tuberkulose verwendet. 
Das Lungenkraut enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe, Saponine und Kieselsäure. Einige dieser Inhaltstoffe haben eine vorteilhafte Wirkung auf das Atmungssystem. Bei Heiserkeit und Husten  kann man einen einen Aufguß aus getrockneten Blättern machen oder das frische Kraut direkt aus dem Garten verwenden.
Weiterhin hat das Lungenkraut viele Fähigkeiten für unser Wohlbefinden. Die guten Inhaltstoffe, vorallem die Schleimstoffe und die Kieselsäure bringen eine straffende, befeuchtende Wirkung für unsere Haut. Dazu kocht man das Kraut und seiht es ab. Das entstandene Tonikum kann als feuchter Umschlag oder Kompresse verwendet werden. Als Gesichtswasser ist es eine wirkungsvolle Hilfe bei trockener Haut. Im Badewasser ist eine Abkochung mit Lungenkraut als Zugabe eine Freude für unser Bindegewebe. 
Natürlich kann das schöne Lungenkraut auch in der Frühlingsküche verwendet werden. Die Blüten können als Dekoration in Salaten, Eierspeisen oder Frischkäse verwendet und natürlich gegessen werden.
Wenn es schon frische Blätter gibt können sie kleingeschnitten im Salat gegessen werden oder schon als erste Zutat in der berühmten Gründonnerstagsuppe vorgemerkt werden.
Dazu erzähle ich Euch im nächsten Post. Bis dahin haltet die Augen offen, denn es grünt und spießt und es gibt viel zu entdecken.

Genießt den Tag, Pia 


Eure Fragen zum Lungenkraut beantworte ich gern, dazu einfach die Kommentarfunktion benutzen.