Dienstag, 30. Juli 2019

Nachtkerze - Pflanzenportrait

Nachtkerze - Oenothera Biennis

Diese prachtvolle Planze hat sich ungefähr seit dem 17. Jahrhundert in fast ganz Mitteleuropa heimisch eingerichtet. Bekannt ist sie auch unter den Namen: Nachtrose und 
gelber Nachtschatten.



Sie hat auffällig große tellerförmige Blüten von ca. 5-6 cm Größe. Die Farbe der Blüten ist von einem zarten bis kräftig leuchtendem Gelb.
Die Nachtkerze ist ein Lichtkeimer und liebt den sonnigen Standort. Sie wächst sehr gern auf sandigen Böden, ist aber auch in schotterigen Gebieten zu finden sowie in unserem Garten. Wer sie da einmal bei sich angesiedelt hat, bekommt in den Jahren darauf einiges zu sehen. Ist die Nachtkerze ersmal heimisch geworden, sichern die sich selbst ausgesäten Sämlimge frische Pflanzen mit leuchtend gelber Pracht.

 

Die Nachtkerze ist 2-jährig und
bildet in ihrem ersten Jahr
eine Blattrosette aus.Daraus erwächst im zweiten Jahr
 ein aufrechter bis zu 1,20 Meter 
hoher Stamm.
 

 
Vom Frühsommer bis in den Herbst hinein trägt sie große, duftende, leuchtend gelbe Blüten.
Sie erblühen nur für kurze Zeit und öffnen ihre Knospen in der Dämmerung. In dieser Zeit ist ihr Duft am intensivsten. Am Morgen vergeht die Leuchtkraft der Blüten und sie verblühen bis zu den Mittagsstunden. Bienen und Schmetterlinge sind große Freunde der Nachtkerze. Sie gibt ihnen Nahrung und Erfrischung, da sich auch der Tau in den offenen Blüten über Nacht sammelt.
Die Nachtkerze hat Inhaltstoffe, die besonders in der Naturosmetik verwendet und geschätzt werden. Dazu gehört vorallem die Gamma-Linolensäure. Eine dreifach ungesättigte Fettsäure. Sie ist der wichtigste Bestandteil des Samenöls, welches durch Pressung gewonnen wird. Weiterhin bietet sie noch Palmitinsäure - eine einfach gesättigte Fettsäure, Stearinsäure - gesättigte Carbon- Fettsäure und Stärke, Eiweiß, Schleim und Gerbstoffe. Diese Stoffe klingen nach starken Verbündeten in der Küche und Naturheilkunde.
Und so ist dies auch. Die Samen der Nachtkerze können im Brot oder anderem Gebäck mit gebacken werden. Aber auch geröstet pur oder mit Gewürzen vernascht werden. Die frisch gepflückten  Blüten zieren jeden Salat und sind natürlich eßbar. Sie schmecken leicht süßlich. Die Blüten können aber auch getrocknet  und einer Teemischung zugefügt werden.
Beim Trocknen der Nachtkerze ist es wichtig darauf zu achten, daß die Blüten wirklich trocken sind und dann in ein Glas oder anderes Gefäß geben und fest verschließen. Denn die Nachtkerzenblüten ziehen immer wieder Luftfeuchtigkeit an und könnten schnell schimmeln.


 Interessant wirds wenn wir die Wurzel der Nachtkerze in den Speiseplan einarbeiten wollen. Denn bis ins 19. Jahrhundert wurde die längliche, leicht rötliche Wurzel der Nachtkerze ganz selbstverständlich gegart oder gedünstet verzehrt. Die Zubereitung ist ähnlich wie bei der Schwarzwurzel. Schälen, waschen und dann mit etwas Öl oder Butter in die Pfanne. Dazu ein bischen Salz und Pfeffer.  Der Geschmack ist ähnlich der Schwarzwurzel aber intensiver und leicht nach geräuchertem Schinken. Deshalb hieß diese Wurzel in früheren Zeiten auch Schinkenwurzel.
Der Wurzel der Nachtkerze wurde eine stärkende Kraft für Zeiten der Rekonvaleszenz nachgesagt, was bei der Betrachtung der Inhaltstoffe dieser Pflanze nicht verwundert.
In der Naturheilkunde wird das Samenöl der Nachtkerze sehr geschätzt. Bei Neurodermitis oder Ekzemen der Haut wird das Öl der kleinen Samen aufgrund ihrer entzündungshemmenden und Juckreiz stillenden  Wirkung angewendet. Dem Nachtkerzenöl wird auch eine hormonell ausgleichende Wirkung nachgesagt. Deshalb findet es bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden als Bauchkompresse Anwendung. Das Öl kann auch innerlich eingenommen werden. Ein Tee aus Nachtkerzenblüten hilft mir zu entspannen.







Auf einem Campingplatz in Südfrankreich hab ich diese kleine Schwester unserer zweijährigen Nachtkerze entdeckt. Sie war mehr in  Bodennähe gewachsen und maximal 20 cm hoch. Es gibt viele Arten der Nachtkerzen. Das Zentrum der Artenvielfalt soll (lt. Wikipedia) das südliche Nordamerika sein.





In meiner Ausbildung zur Kräuterfrau war die Nachtkerze das Thema meiner Hausarbeit zur Abschlußprüfung.

Dazu gehörten auch meine eigenen Gedanken und meditativen Erfahrungen. Diese will ich Euch nicht vorenthalten, denn sie sind auch heute nach 4 Jahren noch von Bestand.

 


 " Schau mich an und erfahre innere Ruhe, 
Sicherheit und Gelassenheit. 
Ich stehe in unsicherem Boden und verankere mich 
tief und fest. 
So kann der Wind mich wiegen und ein Sturm auch beugen. 
Ich verliere nicht den Halt. 
Schau mich an, ich leuchte im Dunkel der Nacht 
wenn alle anderen Schönheiten sich verstecken. 
Ich weise den Weg in dunklen Zeiten und gebe Dir Kraft, 
Dein eigenes inneres Leuchten nach außen zu tragen.
Schau mich an, ich bin da.
Beständig an diesem Platz und schenke meine lichtvolle Energie. Du darfst Dich sicher fühlen in Deiner inneren Leuchtkraft und Stärke. " 


Habt Ihr auch Erfahrungen mit der Sprache der Pflanzen? Ich bin immer wieder fasziniert, was sie uns geben und erzählen können.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen wunderbaren August mit lauschigen Abendstunden und vieleicht habt Ihr die Gelegenheit, eine Nachtkerze beim Erblühen zu beobachten. Sie stellt unsere Aufmerksamkeit auf eine harte Probe, denn ein Moment der Unaufmerksamkeit und flugs hat sie sich geöffnet und wir haben es verpasst.

Alles Liebe,

Eure Pia




 

Kommentare:

  1. Liebe Pia, diese Pflanze ist ja unglaublich geheimnis- und gehaltvoll. Deshalb der name, ich wunderte mich schon immer. Vielen Dank, dass Du uns hier eingeweiht hast. Ich habe früher immer das Buch von Marie Luise Kreuter (dachte immer, sie heißt Kräuter mit ä ;)) gelesen - und episch alles durcheinander gebracht, hihi
    Ich wünsche Dir eine wundervolle Zeit, bis denne, Deine Méa

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  2. Ich nochmal, Du ist es nicht eigentümlich, dass sie ein Lichtkeimer ist und dann nächtens loslegt? Finde ich höchst bemerkenswert :))

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    1. Hallo liebe Mea, ja es ist wirklich beachtlich, daß sie nächtens am Schönsten ist. Du erkennst sie sofort, sie leuchtet wirklich hell in der dunklen Nacht.
      Sorry, daß ich so spät antworte aber ich war sooo lange im schönen Frankreich unterwegs. Und auch da hab ich die Nachtkerze sogar am Atlantik angetroffen. Meist etwas kleiner aber präsent. liebe Grüße, Pia

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  3. Liebe Pia,
    zunächst möchte ich dir herzlich danken für deinen lieben Kommentar zu meinem Mammographiebericht. Und ja, ich hoffe auch, dass die einfühlsamen Mitarbeiter in Krankenhäusern, Kliniken, Insituten... die Mehrheit sind und ihre Bemühungen nicht überschattet werden.
    Leider habe ich schon einiges nicht os Erfreuliches erlebt, u.a. übrigens auch im Zusammenhang mit der Neurodermitis meiner Tochter. Die brach aus, als Jana ziemlich genau ein Jahr alt war. Rund um ihren 1. Geburtstag hatte sie eine perforierte Mittelohrentzündung gehabt, der Arzt verschrieb Antibiotika, und kurze Zeit später kam das erste Ekzem. Daraufhin bekam Jana eine Salbe vom Arzt verschrieben, die in der Apotheke erst für sie angefertigt werden musste. Die half kurzfristig, dann kam das Ekzem zurück, was mich stutzig machte. Ich hatte davor nicht angenommen, dass gleich mal Cortison bei einem so kleinen Kind angewendet würde, und als ich den Arzt darauf ansprach, meinte er recht barsch: "Anders werden Sie ein atopisches Ekzem nicht in den Griff kriegen!" Für mich ein Signal, den Kinderarzt zu wechseln. Es war tatsächlich ein längerer Prozess mit diversen Versuchen (Bioresonanztherapie, diverse cortisonfreie Cremen, Ernährungsumstellung etc.) bis ich Nachtkerzenölkapseln empfohlen bekam. Die nahm Jana dann täglich und ihre Haut reagierte sofort darauf. Wenn es mal wieder einen Schub gab (vor allem nach Käse- oder Schokoladegenuss) nahm sie eine Kapsel mehr und cremte sich auch mit dem Öl ein. Für uns ist diese Pflanze eine wahre Wunderblume. In meinem Garten habe ich übrigens Rosa Nachtkerzen angebaut - vor allem, weil sie hübsch sind (und weil ich eine Zeitlang keine gelben Blumen im Garten wollte. Aber die Phase ist inzwischen vorbei ;-)) Wir haben die Blüten schon gegessen, mit den Wurzeln habe ich ebenfalls experimentiert, nachdem ich hörte, dass man sie zu Goethes Zeiten gern gegessen hat, aber die sind so winzig (vielleicht 5 cm lang und sehr dünn), dass ich über ihren Geschmack nicht viel sagen kann. Ist das bei den gelben Nachtkerzen ebenfalls so?
    Herzliche Rostrosengrüße und eine angenehme Woche,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2019/08/strand-picknick-monis-sommerfest-2019.html

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  4. Liebe Traude, erstmal vielen Dank für Deinen Bericht hier in den Kommentaren. "Leider" war ich ca 4 Wochen in Urlaub und konnte nicht antworten.
    Das Nachtkerzenöl ist ein hervorragendes Mittel bei Neurodermitis. Es hilft nicht jedem Betroffenen aber doch in überwiegender Anzahl. Dies liegt meiner Meinung nach an der Ursache für den Ausbruch des Ekzems. Auch bei dünner werdender Haut jenseits der Wechseljahre ist sie ein wunderbarer Helfer. Die Haut bricht dann gern auf und hat winzige Risse, die als gerötete Haut wahrgenommen wird. Und da hilft das Nachtkerzenöl sehr gut, daß die empfindliche Haut sich wieder wohl fühlt.
    Ich habe auch reichlich Nachtkerzen im Garten aber rosa farbene hab ich noch nie gesehen. Toll, was es so gibt. Die Wurzeln der 1 - jährigen NK verwende ich immer zum Essen. Da die Blattrosetten unterschiedlich groß sind, ist das auch bei den Wurzeln so. Ich hab oft kleine dabei aber auch durchaus welche in Größe von normalen Karotten. Die abgeblühten Nachtkerzen verwende ich gar nicht. Da kann ich mir auch nicht vorstellen, daß die Wurzeln schmecken, denn die Pflanze hat sich schon verabschiedet und kommt nicht wieder.
    Liebe Traude, Danke für Deinen Besuch.
    Viele Grüße, Pia

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    1. Liebe Pia,
      danke für deine Antwort - macht ja nix, wenn es damit länger gedauert hat :-) Willst du meine Rosa Nachtkerzen sehen? In diesem äleren Blogbeitrag habe ich zwei Fotos gepostet (in der 5. Collage): https://rostrose.blogspot.com/2018/06/anl-30-uber-essbare-landschaften-und.html
      Ich bin ganz erstaunt, dass deine gelben Nachtkerzen teilweise karottengroße Wurzeln haben. Ich denke mal, meine rosanen sind vermutlich "überzüchtet" oder so. Aber wie gesagt, man kann sie ebenfalls essen :-)
      Herzliche Rostrosengrüße und schönes Wochenende,
      Traude
      https://rostrose.blogspot.com/2019/10/vorgarten-renovierung-verlosung-und-was.htm

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    2. Liebe Traude, das sind ja feine rosafarbene Nachtkerzchen. Sie kommen mir klein und zart vor.
      Überhaupt hast Du herrliche Blütenfotos aus Deinem Garten gepostet. Solches Fototalent habe ich leider nicht.
      Danke für den schönen Link.
      Viele Grüße, Pia

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  5. Liebe Pia,
    danke für deinen lieben Rat. Die Nachtkerzen leuchten mir immer von meiner Nachbarin entgegen ... und ich glaube, ich klaue ihr jetzt ein paar Samen (wenn es noch welche gibt), das klingt ja toll. Danke für die Info.
    Eine wundervolle Herbstzeit wünsche ich dir und lasse liebste Grüße hier
    Elisabeth

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