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Montag, 18. Juni 2018

Brennessel - Die Königin - Urtica dioica

Urtica dioica - Große Brennessel 
 
Die Brennessel als Königin zu bezeichnen mag vieleicht als verwegen angesehen werden. Aber wer sie sich näher betrachtet und eingehend mit ihr beschäftigt, wird sich meiner Bezeichnung eventuell doch anschließen können.
Die Brennessel wächst auf stickstoffhaltigem Boden. Der Stängel ist 4-kantig und unverzweigt. Die Blätter wachsen gegenständig, sind herzförmiglänglich und grob gezähnt.
Die Blätter sind saftig grün und beidseits behaart mit vielen Brennhaaren.



Donnernessel
Feuerkraut
Saunessel
Britzele
Gänsefutter
Seilnessel 


Dies sind die volkstümlichen Namen, welche meine
" Hoheit die Brennessel"
im Laufe ihres Daseins erhalten hat. 


Die große Brennessel ist zweihäusig - d.h. es gibt sowohl eine weibliche als auch männliche Art. Sie unterscheiden sich im Fruchtstand. Die weiblichen sind üppig und schwer, leicht rötlich. Die männlichen Fruchtstände kommen als aufrechte Blütenrispen daher.
Es gibt noch die kleine Brennessel, welche einhäusig ist und männliche sowie weibliche Blüten an der selben Pflanze sitzen. In ihren Eigenschaften unterscheiden sich die Beiden nicht.

 
In diesem Bild sind die abstehenden und

eher zarten Blüten- oder Fruchtstände 
der Brennessel sehr gut zu erkennen.


 
Die Befruchtung findet ohne Insekten statt.
Aber über 70 Schmetterlingsarten leben 
von der Brennessel. Als kraftspendendes Tierfutter wird es von Hühnern, Gänsen, Kühen, Schafen, Pferden geschätzt. Auch wir Menschen können von dieser Pflanze profitieren, würden wir sie vermehrt anwenden und essen.
Ihre Heilwirkung können wir vom Namen ableiten.
Urtica vom lateinischen hergeleitet heißt - Brennen.
So wird die Brennessel in ihrer Eigenschaft in der Volksheilkunde bei Umweltbelastungen, Allergien und brennenden Schmerzen der Harnorgane oder juckenden Leiden eingesetzt. Als Tee wirkt sie entwässernd und ausleitend. Die Brennessel enthält viel Kieselsäure und ist deshalb zur Gesunderhaltung für Haare, Haut und Nägel sehr geschätzt. Das sie durch ihre Inhaltstoffe, den Mineralsalzen, Flavonoiden,Vitamin B, C und K1 hohen gesundheitlichen Wert hat mag sicher keinen verwundern. Ein Teeansatz aus den Brennesselblättern kann als Zusatz zum Badewasser verwendet werden um das Bindegewebe zu stärken. Ein Ansatz von  Wurzel und Blätter finden gute Verwendung für eine kräftigende Haarspülung.
In meiner Kräuterküche empfehle ich, Brennesselspitzen in Bratlingen mitzubacken. Brennesselsuppe schmeckt sehr gut und ich verwende die Blätter der Brennessel fein gehackt im Salatdressing. 
Ihre Blätter können wir in Teig ausbacken oder unpaniert nur in Butter oder Olivenöl rösten. Das schmeckt besonders lecker zu Kartoffelbrei.
Brennesselsamen  mit ihrem beachtlichen Gehalt an Phytohormonen, wirken anregend auf Vitalität und Kraft.
Ich ernte die Samen von September bis Oktober. Sie werden getrocknet und mit Salz vermischt. Sehr gern verwende ich sie pur aufs Butterbrot oder über Salat oder Kartoffel- und Nudelgerichte gestreut. Denn die getrockneten Samen der Brennessel haben einen feinen nussigen Geschmack. 
Die Brennessel kann noch mehr
Beim Thema Kraft und Vitaltät dürfen wir ihre wunderbare Wirkung als Gartendünger nicht vergessen. Mit Wasser angesetzte Brennesselpflanzen - es entsteht nach ca 3 Tagen eine echte Jauche - stärken als Dünger dem Gießwasser beigemischt meine Rosen und die Gemüsepflanzen.


 Sind wir uns einig, daß die Brennessel eine echte Königin unter den Heilkräutern ist?

Sie kann imposante Größen annehmen und als buschiger Weg- oder Waldsaum beeindrucken.
Ihre Inhaltstoffe und ihre Fähigkeiten, uns in gesundheitlich schwierigen Zeiten hilfreich zu sein, beeindruckt mich am meisten. 
 




 

Schon in alter Zeit wurde die Brennessel so verwendet wie heute. 
Aber es gibt dazu eine kleine Geschichte:
Die Druiden legten die Brennessel in den Urin des Patienten. Wenn sie am nächsten Tag noch frisch ausschaute, stand es gut um ihn. War die Brennessel verwelkt, war der Patient verloren.

Ich bin überzeugt, Mutter Natur hält viel Gutes für uns Menschen bereit. Wenn wir mit offenen Augen und Herzen  durch die Welt gehen, werden wir ihre Schätze finden.

Das wünsche ich uns allen, 
Eure Pia.

Mittwoch, 6. Juni 2018

Das war der Mai - Willkommen Juni

Ach Du schönster Mai - kann ich wohl für mich behaupten.
Unsere Region ist von allen Unwettern verschont geblieben. 

Welch ein Glück!
 


Der Regen war so sparsam, daß wir uns mit den sonnigen Tagen und Temperaturen wie im Sommer fühlten. Wir mußten viel gießen, damit die kleinen Pflänzchen nicht vertrockneten.
Die Rosen blühten auf, die Akeleien wippten stolz mit ihren Köpfchen.




 Die Pfingstrosen hielten es für selbstverständlich, pünktlich zum Fest ihre Pracht zu zeigen.




Und dann - passierte erstmal nichts. 
Alles stumm und fast unheimlich war es. Es summte 
kein Bienchen und keine Hummel in den schönen Blütenköpfchen.  Ich habe ganz überrascht erfahren, daß die Bienen noch nicht fertig waren für ihren Arbeitseinsatz. 
Die Blüte fand zu früh und erstmal ohne die fleißigen Arbeitsbienen statt. So was hab ich nocht gehört. Als die ersten Wildbienen auftauchten war ich schon sehr erleichtert. Es folgten die Hummeln und dann waren auch die Bienen fest am Nekter sammeln. 
Solche Ereignisse machen mich nachdenklich. Wir sind mitten in einer Wandlung, das Klima ändert sich und das bewährte Gefüge verschiebt sich. Ein Teil unseres Landes erlebt Unwetter und findet keine Ruhe und der andere kämpft mit wochenlanger Trockenheit. 
Ich weiß, es hat schon in früheren Jahren solche Episoden gegeben. Die Oma und die Mutter haben davon erzählt und wie sie damit umgegangen sind. 
Die Zeiten wiederholen sich und sind doch schon ein bischen anders. Wir müssen noch keine Sorge um genügend Nahrung haben aber es lohnt sich darüber nachzudenken, daß Fülle nicht selbstverständlich ist. 




Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was ich tun kann um den Wandel nicht aktiv selbst zu beschleunigen.

Mit diesen Gedanken bin ich nun im Juni gelandet. 

Wir hatten noch immer keinen Regen und Mittags flimmert die Luft. Es ist Sommer und wir genießen den Luxus unsere Pflanzen gießen zu können, damit sie gut gedeihen.

Der Lavendel erblüht, die Rosen duften und die kleinen Walderdbeeren beglücken uns mit ihrem köstlich Aroma. 

Dafür will ich Danke sagen. Danke an Mutter Natur. Dafür,daß ich diese Geschenke genießen darf.





Ich wünsche Euch Zeit, die Geschenke der Natur genießen zu können und ich wünsche Euch den Blick diese zu entdecken um Euch daran zu erfreuen.

Ich bin dann mal ...
Eure Pia