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Freitag, 27. April 2018

Bin im Garten

Meine Güte, hier im Frankenland herrschen Temperaturen wie am Mittelmeer. Das heißt für jeden Gärtner - so viel Zeit wie möglich im Garten verbringen. Das gilt natürlich auch für mich als Chefin meines Kräutergartens. In Null komma nichts wächst das Gras über die kleinen Pflänzchen und ich komme kaum nach mit der Beetpflege. Dabei ist die Zeit noch nicht mal richtig reif für das Pflanzen der niedlichen kleinen Jungpflänzchen, welche auf der Fensterbank darauf warten daß die Eisheiligen vorbei gehen und sie endlich raus in den Garten dürfen.
Zwergtomaten und Basilikum
 
 Gut Ding will Weile haben, deshalb gedulde ich mich. Es gibt noch so viel anderes im Garten vorzubereiten. Außerdem sind die Frühlingskräuter zu ernten. Zum Beispiel der Löwenzahn. Er ist eine alte bewährte Heilpflanze.Dieses mineralstoffreiche sonnengelbe Blütenköpfchen wird bei mir unbedingt zu Sirup verarbeitet. Es bringt uns Linderung bei trockenem Husten und schmeckt vorallem mit Wasser verdünnt als Limonade sehr aromatisch. Da der Löwenzahn Bitterstoffe enthält verwende ich zum Herstellen vom Sirup nur die gelben Blüten und entferne den Blütenkorb. Bischen Grün darf immer mit dran sein aber wenn ich die Blütenkörbe nicht entferne dann schmeckt der Sirup schon sehr herb bzw. bittert mit der Zeit nach.

Bereits im 11. Jahrhundert war der Löwenzahn als Heilpflanze bekannt
Dasselbe Glas nach 4 Tagen Ruhezeit
 

Die Blüten mit Zucker ins Glas geschichtet
In meinem Garten sammele ich immer über mehrere Tage den Löwenzahn.
Immer am Mittag wenn die Blüten offen sind.





Dann wird die gesamte Ernte mit Wasser gekocht. Nochmals über Nacht ziehen gelassen und am nächsten Tag abgeseiht. Die Blüten werden dabei recht gut ausgedrückt. 
Mit Zitrone abgeschmeckt -  dient auch der Konservierung.
Nochmals kurz aufgekocht und in sterile Flaschen abgefüllt.
Als Richtwert: 2 Handvoll Löwenzahnblüten auf 400g Rohrzucker und ca. 1 Liter Wasser.
Mir ist dabei wichtig, daß die Inhaltstoffe in das fertige Produkt wandern. Deshalb koche ich den Löwenzahn nicht sehr lange, sondern lasse ihn eher durchziehen. 
Das schmeckt mir besonders gut und es spart Strom und ich verwende dadurch weniger Zucker.

Taraxacum officinale

 Die Blüten des Löwenzahns setze ich auch gern in Olivenöl an. Dazu müssen die Blütenköpfchen trocken geerntet sein, sonst könnte der Ölansatz leicht schimmeln. Ca. 4 Wochen stelle ich das Glas mit dem Ölansatz an einen warmen aber wenig sonnigen Platz und lasse ihn durchziehen. Danach wird abseiht und die Pflanzenreste gut ausdrückt. 
In einer dunklen Flasche hält das Öl gut 1 Jahr - bis zur nächsten Ernte. 😉
Als gute alte Heilpflanze wirkt der Ansatz als Massageöl bei Gelenkschmerzen und Muskelkrämpfen.
Getrocknet zum Teeaufguß verwende ich den Löwenzahn bei Verdauungsbeschwerden und Magenschmerzen.

Vielen Dank für Euren Besuch und habt 
ein schönes sonniges Wochenende.  
Es lebe der Frühling!
Eure Pia



Mittwoch, 11. April 2018

Erste Kräuterernte für ein Frühlingskräutersalz

Nun ist der Frühling da und meine Zeit beginnt: 
Kräuter suchen und verarbeiten. Im Moment denke ich an ein Frühlingskräutersalz. Dazu ernte ich je nach Geschmack mehrere Sorten meiner Lieblingskräuter. Hier im rechten Bild liegt oben links Bärlauch, darunter Löwenzahnblätter, Schafgarbe, links unten Gänsefingerkraut, junge Beinwellblättchen, Spitzwegerich und Giersch. Da ich vergessen hatte mein Vorhaben zu dokumentieren, liegt da nur noch ein Blättchen. 
Der Rest ist schon verarbeitet

Hier links ein Häufchen gelbe Taubnessel, die schmeckt mir von allen Taubnesseln am besten.Dann gibt es noch der Ehrenpreis.
Immer mit dabei sind die jungen Brennesselspitzen.
Alle Kräuter welche in Bodennähe geerntet werden wasche ich und lege sie zum Trocknen auf ein Tuch. Wenn die Kräutlein noch bischen feucht sind ist das kein Problem.
Die Kräuter werden nach dem Trocknen fein gehackt und mit Salz gemischt in ein Glas gefüllt. Ich verwende ein Meersalz aus dem Bioladen und mische 40 % Salz zu 60% Kräuter. 
Das Glas sollte möglichst keinen Metalldeckel haben. Bestens geht ein Einmachglas mit Glasdeckel. Die Mischung braucht nun etwas Zeit um durchzuziehen, so ca. 3-5 Wochen. Zwischendurch rühre ich mal um oder schüttele kräftig und stelle das Glas an einen kühlen Ort ( nicht im Kühlschrank). Nach der oben angegebenen Zeit wird die Mischung weiter verarbeitet. 
Wie das geht zeige ich Euch dann.

Ein Tipp: Falls Du im Laufe der Wochen noch andere Kräuter findest, welche zum Kräutersalz passen könnten, einfach wie oben verfahren und zu den bereits angesetzten Kräutern dazu geben.
Ich kann Dir versprechen, daß wird ein ganz tolles Salz mit viel Aroma und die wunderbaren Inhaltstoffe der Kräuter bleiben erhalten.

In ca. 3 Wochen erzähle ich  wie es mit dem Salz weitergeht.


Hast Du Lust auf ein eigenes Kräutersalz? Dann mach doch mit und geh raus und finde Deine Frühlingskräutermischung.
So kannst Du Deinen Frühling feiern. Viel Spaß dabei. 

Hast du Fragen, dann schreibe mir. Ich antworte gern.




Zum Abschluß kommt noch ein kleiner Film von meinem kürzlichen Kräuterausflug.





                                   Habt es schön und feiert den Frühling.

Pia





 

Montag, 2. April 2018

Kommt mit ...

...wir machen einen Osterspaziergang.

Ich erinnere mich gut, der Wetterbericht sagte schon vor ca einer Woche: Für dieses Osterfest ist jedes Wetter möglich. Und es ist tatsächlich so. Oberhalb Berlins versinkt die Natur unter einer dicken Schneedecke und wir hier unten im fränkischen Raum kommen gut davon. Zwar wechselhaft aber gut zum Aushalten. Und dann heute, Wahnsinn! Sonnenschein, bischen kühl aber Sonnenschein!!!
Deshalb gehts hinaus in die Natur und wir schauen mal was sich so tut. Kommt doch mit!

Giersch - Aegopodium podagraria
 Der Giersch
Mit ihm hatte ich noch nicht wirklich gerechnet.

Aber dieses von der Sonne beschienene Fleckchen
mag er ganz besonders. Wer den Giersch findet, sollte sich auch unbedingt welchen für den Frühlingssalat ernten. Vorausgesetzt er wächst nicht gerade am "Hundegassiweg". 😉

Giersch - Geißfuß - Zipperleinskraut
Gerade wenn der Giersch so jung ist, schmeckt er ganz zart und ist ideal für Salat und auch Pesto. Er kann gegart sehr gut den Spinat ersetzten. Ich selbst mische die beiden Gemüse. Das ergibt für mich den besten Geschmack.
Im Giersch finden sich hervorragende Wirkstoffe für unsere Gesundheit. Vor allem Kalium, Vitamin C und viele Spurenelemente.
Hildegard v. Bingen gab dem Giersch den Namen"Grünkraft" und empfahl ihn roh zu verzehren und als Tee. In der Volksheilkunde wird der Giersch bei Rheuma, Gicht und allgemeinen Gelenk- und Gliederschmerzen empfohlen.

Ranunculus ficaria
 Oh ja, das Scharbockskraut! Ganz früh im Jahr wächst schon das Scharbockskraut. Bereits im milden Januar kann man es entdecken. Diese wahre Vitamin C Bombe schmeckt kräftig würzig und säuerlich. Verwendet nur die kleinen Blättchen, diese sind noch sehr zart und geben jedem Dressing oder selbst gezauberten Aufstrich einen fein säuerlichen und pfeffrigen  Geschmack. Volksheilkundlich wird dem Scharbockskraut eine entzündungshemmende und schmerzlinderne Wirkung zugeschrieben. ABER ACHTUNG! 
Das Scharbockskraut gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und ist im eigentlichen Sinne giftig. Deshalb darf das Scharbockskraut nur im jungen Stadium und vor der Blüte geerntet und verzehrt werden!

Scharbockskraut mit gelber Blüte

Das die Brennessel überall im Wald und an den Wegrändern zu finden ist, weiß ja jedes Kind. Aber was für ein Kraftpaket diese Heilpflanze ist wird nicht jedem bewußt sein. Deshalb widme ich der Brennessel einen ganz eigenen Post mit einem ausführlichen Pflanzenportrait. Ihr dürft gespannt sein. nun aber erstmal noch ein Bildchen.

 Brennessel - Urtica diorica
Ich weiß nicht warum aber in unserem Garten wachsen keine Gänseblümchen. Deshalb freue ich mich wenn ich die kleinen zarten Blümchen auf den Wiesen sehe.
Gänseblümchen - Bellis perennis

Das Gänseblümchen hat viele wunderbare Wirkstoffe für eine Frühjahrskur. Vitamine, Schleimstoffe und Bitterstoffe machen das kleine Pflänzchen zu einer ganz großen. Eine Teekur mit dem Gänseblümchen regt den Stoffwechsel an und bringt unseren Organismus wieder in Schwung. Sehr gut hilft das Gänseblümchen als Tee bei Erkältungen und Bronchitis. Auch für die Gesichtspflege leistet das Blümchen hervorragende Dienste.
Ein Teeaufguß kann als Gesichtswasser verwendet werden und entfaltet seine Wirkung bei Hautunreinheiten in der Pubertät und ist erfrischend und juckreizstillend bei angespannter und irritierter Haut.
In meiner Kräuterküche verwende ich das Gänseblümchen im Salat, aufs Butterbrot und mache auch ein Kräutersalz daraus.

Wenn ich beim Spazieren wieder mal die gleiche Runde gehe, schaue immer an bereits bekannten Plätzen nach bestimmten Pflanzen. So erging mir das auch heute.
Ich vermisste den Huflattich mit seinen goldgelben Blüten, welche wie kleine Sonnen ausschauen. Zuerst kommen die Blüten an einem schuppigen grau-braunen Stengel aus dem Waldboden und erst nach der Blüte zeigen sich die hufförmigen Blätter des Huflattichs. Daher auch sein Name. Nun sind unsere Blüten noch nicht aufgegangen. Da muß ich mich noch ein paar Tage gedulden.

Huflattich - Tussilago farfara

Ich war meine Lieblingsrunde schon mehrfach gelaufen in den letzten Wochen aber erst heute hab ich das kleine Duftveilchen entdeckt. Die Farbe und der Duft des Veilchens ist für mich untrennbar mit dem Frühling verbunden.

Duftveilchen - Viola odorata
Pfarrer Kneipp empfahl das Veilchen bei Kopfschmerzen, Husten und Lungenleiden. Zum Gurgeln bei Halsentzündung.

Eine Veilchencreme nach Hildegard v. Bingen soll Hilfe bringen bei Verstauchungen, zur Narbenpflege und als Massageöl im Bereich der 
wohlriechendes Veilchen - Märzveilchen
Stirnhöhle.

Ich sammle die Blüten des Wohlriechenden Veilchens vorallem für einen Blütenessig, für die Dekoration auf Kuchen oder Dessert. Getrocknet verwende ich die winzigen Blütchen für eine Teemischung.



Ich wünsche Euch eine wunderbare duftende Frühlingswoche. 

Pia