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Sonntag, 18. März 2018

Wir frieren so!

Ich bin ja ein Fan von echtem Schnee, der dicht vom Himmel fällt oder von den pulvrigen Körnchen die mir beim spazieren gehen auf die Jacke rieseln und eine wunderschöne körnige Oberfläche auf den Waldboden zaubern. 

Aber diesen Schnee habe ich nicht bestellt!

Unsere geselligen Frühjahrsblüher finden das gar nicht lustig. Ich höre sie rufen: Wir frieren so!
Sie ziehen sich zusammen oder sogar die Köpfchen ein, weil es ist nicht nur Schnee, sondern auch eisig kalt.
 
 Die kleinen Winterlinge sind 
 richtig tapfer und leuchten mit 
ihren kleinen gelben Köpfchen 
aus der weißen Schneedecke.


 Dagegen finden die Schneeglöckchen 
das gar nicht lustig. Der Schnee war wohl 
auch bischen schwer für die kleinen Glöckchen






Die hübschen kleinen und großen Krokusse machen erstmal dicht.
 Ich glaube einfach, die sind Kummer gewohnt und warten ab was da so kommt. 
Sie werden sich wohl noch etwas gedulden müssen, denn der Wetterfrosch verheißt noch keinen echten Frühling.





Und unser schon bekanntes Lungenkraut läßt nur die kleinen Blütchen aus dem kalten Nass herausschauen. Die rosa bis lila Kelche leuchten ganz zauberhaft.

In wenigen Tagen haben wir ja kalendarischen Frühlingsanfang. Deshalb möchte ich noch ein bischen frühlingshafte Lyrik für Euch hier lassen. Vieleicht läßt sich das kalte, nasse und trübe Wetter beeindrucken. 


Kleine leuchtende Blüten vom wunderbaren Ehrenpreis


   Er ist's 

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen. – Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike (1804 – 1875)




In diesem Sinn, macht es Euch schön
 und bleibt hoffnungsvoll.
 Der Frühling kommt bestimmt.
 Pia 

Montag, 12. März 2018

Wir sind schon da!

Lungenkraut, Pulmonaria officinalis

Blaßrosa, Blau bis Zartlila schauen die Blütchen des Lungenkrauts aus dem feuchten Gartenboden heraus.
" Wir sind schon da, siehst Du uns? "
Natürlich hab ich sie entdeckt bei meinem Rundgang durch den Garten. Wenige Stunden mit etwas  Sonnenschein, schon geben die Pflänzchen Gas, als hätten sie nur darauf gewartet aufgeweckt zu werden.
In meinem Kräutergärtchen rief mich also das Lungenkraut und bittet um Aufmerksamkeit. Schließlich ist sie eine wichtige Pflanze, mit viel Heilwirkung, geringem Anspruch und interessanter Schönheit.

Aus altem Laub schauen die zarten Blütenkelche hervor.




Das ganze Frühjahr über wird uns das Lungenkraut mit seinen Blütenkelchen von rosa über rot bis blauviolett ihre Heilwirkung zur Verfügung stellen. Es blüht bis zum späten Frühling und entwickelt ihr schönes helles silbrig- bis weißgeflecktes Laub. Dieses Blattwerk ist bis zum Herbst eine echte Zierde im halbschattigen bis schattigen Garten. 
Sobald die Bienen die Blüten des Lungenkrauts bestäubt haben, ändert sich die Farbe in Violett.


Da war wohl schon ein Bienchen zu Besuch ?


 
In der Volksheilkunde wird das Kraut als Heilmittel für Lungenkrankheiten und Tuberkulose verwendet. 
Das Lungenkraut enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe, Saponine und Kieselsäure. Einige dieser Inhaltstoffe haben eine vorteilhafte Wirkung auf das Atmungssystem. Bei Heiserkeit und Husten  kann man einen einen Aufguß aus getrockneten Blättern machen oder das frische Kraut direkt aus dem Garten verwenden.
Weiterhin hat das Lungenkraut viele Fähigkeiten für unser Wohlbefinden. Die guten Inhaltstoffe, vorallem die Schleimstoffe und die Kieselsäure bringen eine straffende, befeuchtende Wirkung für unsere Haut. Dazu kocht man das Kraut und seiht es ab. Das entstandene Tonikum kann als feuchter Umschlag oder Kompresse verwendet werden. Als Gesichtswasser ist es eine wirkungsvolle Hilfe bei trockener Haut. Im Badewasser ist eine Abkochung mit Lungenkraut als Zugabe eine Freude für unser Bindegewebe. 
Natürlich kann das schöne Lungenkraut auch in der Frühlingsküche verwendet werden. Die Blüten können als Dekoration in Salaten, Eierspeisen oder Frischkäse verwendet und natürlich gegessen werden.
Wenn es schon frische Blätter gibt können sie kleingeschnitten im Salat gegessen werden oder schon als erste Zutat in der berühmten Gründonnerstagsuppe vorgemerkt werden.
Dazu erzähle ich Euch im nächsten Post. Bis dahin haltet die Augen offen, denn es grünt und spießt und es gibt viel zu entdecken.

Genießt den Tag, Pia 


Eure Fragen zum Lungenkraut beantworte ich gern, dazu einfach die Kommentarfunktion benutzen.