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Sonntag, 3. November 2019

Die Zeit der Wurzelgräber

Enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung wegen Namensnennung und  Buchempfehlung, dafür aus eigener voller Überzeugung 😀

 
Ihr Lieben, 
das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Wobei es nur ein kalendarisches Ende ist. Die Natur wandelt sich, sie hat alles gegeben was sie vermochte und nun ist es Zeit sich zurückzuziehen. Die Bäume haben ihre Blätterpracht losgelassen, vielleicht um Energie zu sparen für diese letzte Jahreszeit, welche auch den Übergang ins neue Kalenderjahr begleitet. Die letzten Blüten leuchten noch aus dem verwelkten Gestrüpp. Die Pflanzen ziehen ihre Energien zurück in ihre Wurzeln um sich auf den Winter vorzubereiten.
Bizarre Geschöpfe stehen da plötzlich in der Natur. Sie lassen ihre Leuchtkraft schwinden um sich ganz auf ihr Innersten zu konzentrieren. 



Kugeldisteln - Herberge für kleinste Tiere


Und da ist die Zeit des Wurzelgräbers gekommen. Heiltränke, Tinkturen aus Wurzeln werden vor dem Frost in der kalten Jahreszeit gesammelt. Die Heilpflanzen konzentrieren nun ihre Heilkräfte auf den Bereich der im Boden verborgen ist, ihre Wurzeln. 
In diesem Herbst habe ich mich auf die "wilden Karde" besonnen. Besonders in ihren Wurzeln konzentriert sie ihre vielfältigen Heilkräfte zur Stärkung unseres Immunsystems. Ich möchte eine Tinktur bzw. ein Elixier in Alkohol ansetzen.


Die wilde Karde darf hier noch in der freien Natur wachsen



 


Im Frühsommer bis Herbst zeigt die Karde ihre wandelnden Blütenreifen auf dem Haupt der Pflanze. 





Im braun/grauen Gewand zeigt sie den Wurzel-Suchenden den Weg. 
Ihre Zeit ist vorbei, sie kann erinnern an eine blühende kraftvolle Zeit und hinweisen auf ihre kraftvollen Nachkommen. Denn die wilde Karde ist zweijährig. Während sie in voller Pracht stand und nach der Blüte ihren Samen weit versprühte, entwickelten sich die Nachfolger mit einer schönen Blattrosette und erwarten ihren starken Auftritt im folgenden Jahr.


junge Blattrosette der wilden Karde


Diese Blattrosetten habe ich gesucht und hoffe auf ihre stärkende und unterstützende Kraft in der kalten dunklen Jahreszeit.
Nun möchte ich unbedingt hinzufügen, daß mich selten eine Handlung so beeindruckt wie das Graben nach Wurzeln. Ich weiß, ich nehme dieser Pflanze die Chance auf ein Werden im kommenden Jahr. Deshalb ist es mir persönlich wichtig, nur so viel der Natur zu entnehmen, wie ich tatsächlich brauche. Recht ehrfürchtig gehe ich ans Werk und  bedanke mich im Stillen für diese Gabe.
Kardenwurzeln haben lange pfahlartige Wurzeln mit kleinen Nebenwurzeln. 
Mit dem Spaten und vorallem mit Handschuhen wird die Wurzel aus der Erde gehoben. 


Die Wurzeln und das Blattwerk werden gewaschen und geputzt und welke Blätter entfernt. 

Links im Foto kann man schon sehen, warum Handschuhe notwendig sind. Die Blätter sind durch ihre Stacheln sehr wehrhaft.





Hier im Bild kann man nochmal genau sehen, daß die Blätter nicht nur an den Blatträndern sehr spitze Dornen aufweisen. Auch die Blattoberfläche ist zwar mit kleineren, dennoch spitzen Stacheln bedeckt.


spitze Dornen am Blatt der wilden Karde





Ich lasse die gewaschenen Wurzeln und Blätter noch bischen trocknen und schneide sie dann klein. Ich verwende Blatt und Wurzel. Auch wenn die Blätter weniger Heilwirkung haben als die Wurzel, dürfen sie trotzdem in meine gewünschte Tinktur. So habe ich die Pflanze ganzheitlich im Ansatz und wegwerfen möchte ich die kräftig grünen Blätter nicht.


Die Heilwirkung war bereits in der alten Zeit bekannt. Die Wurzel wirkt harn-, galle- und schweißtreibend. Traditionell wird sie eingesetzt bei Gicht, Arthritis, Rheuma, und neuerdings auch bei Borreliose. Weitere Anwendungsmöglichkeiten wurden bei Hauterkrankungen erprobt, wie z.B. Dermatose, Furunkel, Akne. Schon im 1. Jhd. empfahl der griechische Arzt Dioskurides, die Wurzel mit Wein oder Essig gestoßen  als Auflage bei Hautkrankheiten.

 
Hildegard v. Bingen schrieb:
"Ein Mensch der Gift gegessen oder getrunken hat, pulverisiere Kopf, Blätter und Wurzel der Karde und nehme dieses Pulver entweder in einer Speise oder einem Trank zu sich. Und wenn jemand Ausschlag hat nehme er das Pulver und mische es mit Fett und reibe sich damit ein. 
Er wird geheilt werden."


Für eine kräftige Wirkung meiner Kardentinktur fülle ich ein vorher sterilisiertes Schraubglas mit meiner Wurzel und den Blättern. Dann gieße ich mit einem 38%igen Doppelkorn auf. Man kann auch Wodka nehmen.
Das Glas lasse ich verschlossen an einem warmen Ort ca 
3 Wochen lang ausziehen (mazerieren). 
Es ist auch möglich, die Pflanzenteile mit einem Mixer zu pürieren und dann mit Alkohol aufzugießen. Dann ist die Tinktur schon am nächsten Tag anwendbar.
Aber ich habe Zeit und gebe mich der Muse hin, meine Kardentinktur täglich zu schütteln und dabei zu entdecken, daß der Alkohol immer mehr eine dunkle Färbung annimmt.
Nach 3 Wochen filtere ich meine Tinktur durch ein Tuch und bewahre sie in einer dunklen beschrifteten Flasche auf.
Da ich schon Erfahrung in der Verwendung habe, werde ich die Kardentinktur zur Stärkung meines Immunsystems anwenden. Dazu nehme ich sie in kleiner Dosierung, 3x täglich 3 Tropfen ein.
Meine Erfahrung basiert einmal aus der mehrjährigen Verwendung der Kardentinktur. Und vorallem von der intensiven Beschäftigung mit dieser Heilpflanze.

 (Unbezahlte Werbung wegen Buchempfehlung und Namensnennung)


 Meine Erfahrungen habe ich unter anderem auch dem Buch  " Borreliose natürlich heilen" 
von Wolf-Dieter Storl zu verdanken. 
Ich kann es sehr empfehlen zu lesen. Mir hat es viel Inspiration gegeben und es steht viel geschichtliches zur Verwendung dieser sehr alten Heilpflanze  in diesem Buch.



Mein Mann ist einem Zeckenbis zum Opfer gefallen und wir waren auf der Suche nach einer natürlichen Behandlungsmethode. Seit dieser  erfolgreichen Anwendung ist die Kardentinktur ein unverzichtbares Naturheilmittel in unserem Haushalt. 
Wurzeln können vom Spätherbst, wenn also die Energien sich zurück ziehen, gegraben werden bis zur Wintersonnenwende. Dann darf die Natur ruhen. 
Wenn der starke Frost im späten Januar oder Anfang Februar vorüber ist und es eine Ahnung von Frühling gibt, ist noch einmal die Zeit gekommen, wo wir nach Wurzeln graben können. 
Das ist der Zeitpunkt, bevor sich die ersten grünen Sprosse herauswagen um sich mit Sonnenenergie aufzutanken und dem Licht entgegen zu wachsen.

Also, es ist Zeit an die Wurzel zu gehen. Im übertragenen Sinne auch für uns. Es ist an der Zeit das Haus zu wärmen und die Einkehr so schön wie möglich zu gestalten. Wir besinnen uns mehr auf uns. Lassen wenn möglich die Uhr etwas langsamer gehen und vielleicht kommen dann die Gedanken und bescheren uns eine innere Schau:
Wie geht es mir? Wie geht es meinem Nächsten?
 An wen habe ich lange nicht gedacht?




Es ist schön, sich diese Zeit schenken zu können. Sie entspannt und wärmt das Herz, läßt uns zur Ruhe kommen.
Diese Momente der Einkehr wünsche ich uns allen.
Vorallem eine erkältungsfreie Zeit, 
wenn es draußen grau in grau und regnerisch ist. 





Macht es Euch schön heimelig, 
schenkt Euch Zeit und frohe Gedanken. 
Darüber freut sich auch das Immunsystem.

Bis bald 
Eure Pia








Freitag, 28. Juni 2019

Johanniskraut

Hypericum perforatum 

Mit der Sommersonnenwende, wenn die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, steht auch das Johanniskraut in voller Blüte. Sozusagen die eingefangene Kraft der Sonne! Denn die fünfstrahligen Blüten leuchten wie kleine Sonnenkinder und ihre Staubgefäße strahlen aus ihnen heraus.
 

Die verzweigten Blüten des Johanniskrauts sitzen an einen harten Stängel, der zwei Längskanten hat. Auf dem Foto sieht man sehr gut die gezähnten Ränder der 5 Blütenblätter. Dort sitzen kleinste Farbdrüsen. 



Beim zerreiben der Blüten geben 
sie einen dunkelroten, warm und balsamisch duftenden Farbstoff ab. 
Dieser heißt Hypericin
und ist auch
  in den Blättern  enthalten.


Zur Erkennung, ob Du das richtige Johanniskraut gefunden hast, kannst Du Dir auch die Blätter genau ansehen. Die schmalen kleinen Blättchen sind durchlöchert wie mit tausend kleinsten Nadelstichen. Schau mal genau hin. Es ist einfach zauberhaft, was die Natur sich so ausdenkt.
  Das Johanniskraut enthält Gerbstoffe, Flavonoide 
(vereinfacht: sekundäre Pflanzenstoffe,  Blütenfarbstoffe) und den Hauptwirkstoff, das Hypericin. Je mehr Sonneneinstrahlung die Pflanze abbekommt, um so mehr reichert es sich an. Wenn dieses Heilkraut von lichtempfindlichen Menschen verwendet wird, kann es bei starker Sonneneinstrahlung zu Pigmentveränderungen der Haut kommen.

Weitere Bezeichnungen sind: Sonnenwendkraut, Tüpfel-Hartheu, Hergottsblut, Teufelsbanner, Teufelsflucht, Johannisblut - entstanden durch den roten Saft, den die Blüten der Pflanze beim zerreiben abgibt. 
Also ein insgesamt heiliges Sommerkraut. Nicht nur in alter Zeit, auch heute noch wird das Johanniskraut in der Zeit um die  Sommersonnenwende gesucht, geerntet  und für Tee und Ölansätze verarbeitet. 


 



  
Für Tee ernte ich das Johanniskraut, wenn es voll erblüht ist. In kleinen Bündeln trockne ich es in einem luftigen nicht zu hellem Raum. Für einen Ölansatz, warte ich bis die ersten Blüten  verblühen. Dann ernte ich die Blütenansätze, lasse sie 1-2 Stunden leicht antrocknen und lege sie dann in ein mildes Olivenöl ein. Auf Grund des Hypericins färbt sich das Öl rötlich bis tiefrot.

Ich stelle meinen Ölansatz an einen hellen und auch sonnigen Platz. Dieser Ölansatz mit Johanniskraut ist meines Wissens der einzige, der zum "Ausziehen" einen sonnigen Standort verträgt. Die Sonne und Wärme verstärken den Auszug (Mazerat) des Hypericins aus den Blüten. In sechs Wochen ist das Kraut vollständig ausgezogen und kann abgefiltert werden.






In der Naturheilkunde hat das echte Johanniskraut einen hohen Stellenwert. Es gilt aus alter Zeit bis heute als heilendens Kraut gegen Depressionen. Besonders erfreulich finde ich, daß ich darauf zurückgreifen kann, wenn die dunkle kalte Zeit des Winters kein Ende nehmen möchte. Man sehnt sich nach Licht und Wärme. Da ist das Johanniskraut genau der richtige Begleiter. 
Ich verwende es in der morgendlichen Teemischung und als Öleinreibung nach dem Bad oder Dusche. Dabei ist das Massieren von Bauch und unterem Rücken besonders effektiv.
Seine ebenso beruhigende wie stimmungsaufhellende Wirkung kann man sich auch in einem alkoholischen Auszug zu Nutze machen. Dazu werden die Blüten in mindestens 40%igem Alkohol eingelegt. Die Verfärbung geht wesentlich schneller als mit Öl. Deshalb ist der Auszug (Tinktur) auch bereits nach ca zwei Wochen bereit zum abfiltern. Die Einnahme kann tropfenweise erfolgen, z.B. bei nervöser Unruhe, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Verdünnt  mit Wasser kann eine Wickelauflage gemacht werden, z. B. auf den unteren Rücken. Bei Verspannungen in diesem Bereich habe ich damit gute Erfahrungen gemacht. Das geht natürlich ebenso mit einem Wickel mit Johanniskrautöl (diesmal ohne Verdünnung).
Wer Freude an eigens gerührten Salben und Cremes hat, kann mit dem Mazerat des Johanniskrauts auch eine Salbe rühren und z.B. bei rissigen spröden Händen einsetzen.
 
Nach 6 Wochen Ölauszug entsteht dieses wunderbare Johanniskrautöl. Auch Rotöl genannt.


 Ich weise hiermit noch ausdrücklich auf die lichtsensibilisierende Wirkung des echten Johanniskrautes hin. Bei Einnahme von Tees und Tinkturen, sowie durch Auftragen des Mazerates auf die Haut kann es bei Aufenthalt im Freien an sonnigen Tagen zu Pigmentveränderungen kommen.



Ich wünsche Euch zauberhafte Sommertage. Wenn Ihr spazieren geht, findet Ihr das Johanniskraut bis in den August hinein an sonnigen Plätzen, an Waldrändern und Böschungen. Es wird Euch entgegenleuchten.

Bis bald, Eure Pia






PS: Mit meinen hier aufgeführten Aussagen über die Heilwirkung des Johanniskrautes berufe ich mich auf eigene langjährige  Erfahrungen mit dieser Pflanze.
Meine Anmerkungen und Aussagen ersetzen nicht den Gang zum Azt oder Heilpraktiker.


                     

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Von Herzen. Der Weißdorn

Nun ist er da, der Herbst und bringt alle seine schönen Farben und Geschenke mit. Natürlich auch Wind und alle Wetter. Von diesen sind wir zur Zeit glücklicherweise sehr verschont geblieben. Auch das sehe ich als Geschenk.
Da ich gerade von Geschenken schreibe, da hat Mutter Natur ja was ganz Besonderes für uns parat. 
Genau und gerade jetzt in dieser Zeit. Geht hinaus und schaut Euch um. An Wegrändern, als Ackerbegrenzung oder auch am Bolzplatz, überall finden wir den Weißdorn, der seine  roten Beeren aus dem Strauch leuchten läßt.



Jetzt zur Herbstzeit haben die Früchte des Weißdorn ihre Reife erreicht. Sie können geeerntet werden und zu vielen möglichen Ansätzen, Tränken und Tees verarbeitet werden.
Bevor ich aber davon erzähle, möchte ich Euch etwas über den Weißdorn berichten.
Der Weißdorn wächst  als Busch oder auch kleiner Baum und kann über 500 Jahre alt werden. Sein Holz ist zäh, hart  und belastbar.
Sein Name kommt wohl von der hellen Rinde, denn es gibt noch einen Schwarzdorn, der ebenfalls durch seine dunkle Rinde gut erkennbar ist. Die Blüten treiben nach dem Blatt heraus und riechen eher unangenehm. Blätter und lange wehrhafte Dornen sitzen am noch braunem Holz der jungen Zweige. Die Blätter sind bläulich - grün und sind drei- bis fünflappig (im Bild gut zu erkennen) und unbehaart. Die Blattform finde ich sehr schön und ich erkenne auch am Blattgrün sehr schnell den heilsamen Weißdorn.




" In der alten Zeit " schon entstand sein Name: Hagedorn. " Hag " heißt hegen oder auch beschützen. Deshalb fand er wohl neben dem Schlehdorn, Holunder und Brombeere seine wichtige Verwendung um z. Bsp. eine Dorfgemeinschaft einzuhegen. Gleichzeitig war er Windschutz und Abgrenzung.
Weitere volkstümliche Namen sind: 
Elfen-und Feenbirne, Zaundorn, Schlafdorn, Mehlbeere

In Sagen und Märchen wird der Weißdorn als Schutzbaum der Schlafenden immer wieder erwähnt. Gutherzig bewacht er die Schutzsuchenden und wehrt "Unrechte" mit seinen langen Dornen ab.
Schon durch diesen kleinen Einblick in die Volkskunde kann man erahnen was es mit der Heilwirkung beim Weißdorn auf sich hat.

Der Weißdorn -  Crategus, gehört zur Familie der Rosengewächse. Er ist eine anerkannte Arzneipflanze und wird vornehmlich als herstärkendes Mittel in Form von Tee und Tinktur angeboten. Das reicht aber noch lange nicht um seine Fähigkeiten als Heilpflanze zu umschreiben.



Seine Inhaltstoffe sind: Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ wirken), Kalzium, Kalium, Magnesium, Natrium, Silizium, Zink u.v.a.m. 
 
Ein Tee aus Weißdornblüten und Blättern hilft in einen entspannten Schlaf und bei Beschwerden in den Wechseljahren. Bei fiebrigen Erkrankungen kann er helfen das Herz zu stärken. Gut fürs Nervenkostüm und wenn die Welt eher grau als leuchtend ausschaut gibt der Weißdorn Beruhigung und wirkt aufhellend aufs Gemüt. Die Beeren können getrocknet werden und als Kaltansatz für Tee verwendet werden. Dazu nehme ich eine kleine Handvoll Beeren und setze sie mit 250 ml kaltem Wasser auf den Herd. Nach dem Aufkochen lasse ich den Tee noch ca. 15-20 Minuten ziehen. Dadurch kann er seine stärkende Kraft für unser Anliegen entfalten. Der Beerentee hilft nach einem stressigen Arbeitstag oder wenn das Herz in Aufruhr ist nach Überanstrengung. Wirkt gut bei belasteten Nerven.
Seit je her wird die Tinktur aus Weißdorn kreislaufunterstützend und zur Stärkung des Herzens angewendet. Sie soll durchblutungsfördernd und verdauungsanregend wirken. So mancher "Herzschmerz" kann durch den Weißdorn gelindert werden.

Tinktur :
Um selbst eine Tinktur herzustellen machen wir einen Spaziergang und ernten die roten Beeren vom Weißdorn. Diese werden mit klarem Wasser gewaschen und ein bischen zum Trocknen ausgebreitet. Dann füllen wir die abgetrockneten Beeren in ein sauberes Schraubglas oder Bügelglas (ca. 1 Liter). Darauf geben wir entweder Alkohol mit mindestens 40Vol.%(damit nichts gärt und schimmelt) oder einen guten Bio-Apfelessig. Nicht jeder mag regelmäßig Alkohol zu sich nehmen, auch wenn die Menge noch so gering ist. Der Essigansatz hat auch den Vorteil, daß er täglich zu den Mahlzeiten integriert werden kann.
 Als Standartmaß gilt: Mindestens  1/3 Pflanzenteile (bei lockerem Pflanzengut, wie Blätter und Stängel, eher 2/3 in der Menge) und 2/3 Alkohol.
Das Glas wird beschriftet mit Name und Datum und ca 1 Monat zimmerwarm und dunkel aufgestellt. Ab und an darf mal umgerührt werden. Ist aber nicht zwingend notwendig. Nach der Zeit des Auszugs wird die fertige Tinktur in Flaschen abgefiltert und dunkel und kühl (ohne Kühlschrank) aufbewahrt. 
Ich verwende Obstler, Doppelkorn oder Wodka mit mindesten 38 - 40 Vol %.    Mir ist dabei noch nie ein Ansatz gekippt.
Bei Verwendung von Apfelessig würde ich die Menge der Beeren auf etwa 2/3 erhöhen um einen effektiveren Auszug zu gewährleisten.
Einen ganzheitlichen Auszug erhalten wir, wenn wir sämliche Pflanzenteile verwenden. Also jetzt im Herbst die Beeren und evtl. Blätter und im Frühjahr junge Triebe mit Blatt und Blüte dazu geben. Wir können also nach dem Beerenauszug im kommenden Frühjahr noch Pflanzenteile zugeben und nochmals ziehen lassen. Dabei filtere ich meinen Beerenansatz wieder in ein Schraubglas und verwahre es im kühlen Keller bis zum Frühjahr.

Verwendung: Dazu möchte ich vorab sagen, daß jeder für die Anwendung seiner Tinktur selbst verantwortlich ist. Die Anwendung NICHT den Arzt ersetzt und jede Anwenderin oder Anwender sollte selbst überprüfen ob meine hier gegebenen Informationen nicht durch neuere Erkentnisse überholt sind.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß 3x täglich 3 Tropfen der Tinktur in ein Glas Wasser oder Tee ausreichen um den Herzkreislauf zu unterstützen. Eine wohltuende ausgleichende Hilfe.

Ich hatte oben schon mal angedeutet, daß die Beeren des Weißdorn auch in der Küche verwendet werden können. Ich mache gern einen Beerenessig.              Da gehören neben den Weißdornbeeren auch Vogelbeeren, Schlehen, Aroniabeeren und Kornelkirschen mit dazu. Damit noch bischen Würze reinkommt, peppe ich das Ganze mit roten, grünen und schwarzen Pfefferbeeren auf. So habe ich einen leckeren und gesunden Salatessig.
Die Beeren können zu Gelee verarbeitet  und natürlich auch roh gefuttert werden.

 Räuchern: Ich räuchere sehr gern, vor allem jetzt in der kühleren Zeit. Da kommt auch mal der Weißdorn zum Einsatz. Die Erkenntnisse die ich beim Räuchern gewinne helfen mir so manche verklemmte Situation aus einer höheren Warte zu betrachten und eine neue Sichtweise auf die Dinge zu bekommen. Das erleichtert und löst manche stressige Situation auf der Herzensebene .



Im Haus räuchere ich gern mit Stövchen und Teelicht. Das gibt einen zarten Duft und vermeidet Rauchschwaden, welche gern von der Räucherkohle produziert werden.  

Beim Schreiben für diesen Blogeintrag ist mir so richtig aufgegangen:
Ich bin im Herbst angekommen. Mit all den Themen, die da auf mich warten. Bunte Blätter, Husten, Schnupfen, wärmende Suppen und die häusliche Zeit. Geht es Euch auch so? Schreibt mir wenn Ihr Fragen habt oder Ihr noch Ideen zum Weißdorn einbringen möchtet. Ich freue mich über jeden Kommentar und den Austausch mit Euch.


Ich bin nicht so die begeisterte Dekorateurin aber im Herbst gibt es immer einen Kranz an die Tür. Da macht das Heimkommen doppelt Freude.

Habt es schön kuschelig und bis bald,
 Eure Pia

Freitag, 10. August 2018

Salbei, Durst und Urlaub

Unaufhaltsam geht der Sommer in die Phase seiner letzten Kraft. Und diese Kraft ist immer noch bedeutend. Heiß und duftend und herrlich!
Ich nutze die Zeit am frühen Morgen und kümmere mich um meine häuslichen Pflanzen. Schaue nach dem rechten und plane, was demnächst geerntet wird.
 
Diesmal ist der Salbei dran. Nachdem er bereits Mitte Mai ganz wunderbar geblüht hat, wollte ich ihm noch seine Zeit lassen und habe die Ernte verschoben. Aber nun steht er gut da und kann seinem höheren Zweck zugeführt werden.
Der Salbei - Salvia officinalis ist ein echter Alleskönner. Der Lippenblütler wächst immergrün unter der Sonne, hält Wind, Eis und Schnee problemlos aus und behält dabei seine heilende Kraft. Er kann durch Setzlinge oder auch Teilung vermehrt werden. Er ist dankbar für einen kräftigen Rückschnitt und zeigt sich wieder mit jungem Grün.
Zu seinen länglichen eiförmigen und filzig behaarten, grau-grünen Blättern passt die violette Färbung der Blüten ganz wunderbar.
Er liebt es für Tee, Tinktur und Kräuterküche geerntet zu werden. Um so mehr wächst er zu einer üppigen Pracht.
Paracelsus nannte den Salbei eine "Allheilpflanze". Tatsächlich wird dem Salvia officinalis eine große Bandbreite an heilenden Eigenschaften auch wissenschaftlich bescheinigt.
Er wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, dadurch auch wundheilend, adstringierend und blutstillend, krampflösend und harntreibend, schweißhemmend, magenstärkend, wirkt Blähungen entgegen und regt den Gallefluß an.
Dies sind alles nachgewiesene heilkräftige Wirkungen vom Gartensalbei, der steht bei uns im Garten, oder Balkon oder im Töpfchen auf der Fensterbank. Ein Alleskönner von diesem Format, überall erhältlich und super einfach in seiner Anwendung.





















                                                           


Als Tee ist er schon fast unschlagbar und dazu einfach zu zubereiten. Zum Trinken gegen Halsweh, Darm- und Magenbeschwerden oder zur Beruhigung der Nerven reicht es wenige Salbeiblätter mit kochendem Wasser zu übergießen und 3 bis 5 Minuten ziehen zu lassen. Bei längerer Ziehzeit wird er zu kräftig und schmeckt bitter. Zu Spülungen gegen den Weissfluss wird er sehr empfohlen, ebenso bei unregelmässiger Menstruation. Der Tee kann warm oder auch abgekühlt getrunken werden. Da hilft er wunderbar zur "inneren Kühlung" bei Hitzwallungen oder auch jetzt in der hochsommerlich heißen Phase in dieser Jahreszeit. 
 Der Salbei ist aber auch als starker Tee von wichtiger Bedeutung. Zum Gurgeln bei Entzündungen im Hals, Spülungen des Zahnfleischs oder Waschungen bei erhöhter Temperatur oder Hautkrankheiten und Ekzem.
Der starke Tee wird 15 Minuten ziehen gelassen und dann abgeseiht. Bitte nicht trinken, denn die enthaltenen Gerbstoffe können die Magenschleimhaut reizen.
Volksheilkundlich gibt es zum Salbei Aufzeichnungen von der Hl. Hildegard von Bingen. Sie schreibt dazu: " Nimm Salbei und pulverisiere ihn und iss dieses Pulver mit Brot, dies vermindert die schlechten Säfte in dir. Wer stinkenden Atem hat, der koche Salbei in Wein und trinke dies oft."
Ich selbst esse gern mal ein Salbeiblättchen und genieße die ätherischen Öle und seine kühlende Wirkung.
An die Weisheiten der Hl. Hildegard halte ich mich gern. Sie bietet so alltagstaugliche Rezepte an, welche gut umsetzbar sind. Da ich ein Fan von Kräutersalzen bin, gibt es natürlich bei mir auch ein Salbeisalz. Wobei ich den frischen Salbei mit Steinsalz mörsere und dann erst trockne. Das Salz nimmt sehr gut die Wirkstoffe des Salbei auf und es entsteht ein wunderbar aromatisches Kräutersalz.
Den "Küchensalbei" gibt es in mehreren Sorten. Ich selbst kenne den zarteren gestreiften Salbei, Annanassalbei und den Purpusalbei mit seinen bis ins violett gefärbten Blättern.
Überhaupt bietet die Kräuterküche ein prächtiges Aufgebot an aromatischen Möglichkeiten. Neben Salbeibutter und - frischkäse über frischen Salbei im selbst gebackenen Dinkelbrötchen über Omelett oder Pfannkuchen mit gehacktem Salbei bis zu angesetzten aromatischen Kräuter - ölen und Kräuteressigen wo der Salbei nie fehlen sollte.


Salbeitinktur zum Gurgeln bei Entzündungen im Zahnbereich oder Hals, z.B. bei Heiserkeit ist sehr hilfreich.
Vorallem wenn die kühle Jahreszeit beginnt und wir die Fenster und Türen nicht mehr dauerhaft geöffnet haben greife ich gern zum Salbei im Räucherbündel. Der Duft des rauchenden Salbei reinigt und desinfiziert die Raumluft und gibt mir persönlich einen erfrischten Raumduft. Aber zum Räuchern mit Kräutern gibt es nochmal ein Extraposting.


Da der Sommer sich immer wieder selbst anzuschieben scheint ist für uns alle die Hitzeperiode noch nicht vorbei. Durch viel Schwitzen kommt der Durst von ganz allein aber auch wenn das Gefühl unbedingt etwas trinken zu müssen noch nicht stark ist, sollten wir etwas zu uns nehmen. Das Durstgefühl zeigt uns, daß bereits ein Defizit entstanden ist. Deshalb lieber regelmäßig über den Tag reichlich Wasser trinken um nicht das Gefühl von Ausgelaugtsein zu bekommen. Das fühlt sich scheusslich an. Sehr lecker ist für mich, wenn ich einen Krug mit Wasser und Kräutern über Nacht durchziehen lasse. Salbei ist da immer mit dabei. schmeckt sehr erfrischend und ich trinke zusätzlich gleich  noch wichtige Mineralstoffe mit.

          Und dann wollen wir auch unsere kleinsten Mitbewohner nicht vergessen. Denn auch sie leiden in der Hitze grossen Durst. 
                     










Ich wünsche Euch einen erholsamen Sommer. 
Wenn es zu heiss ist, dann macht Euch doch einen kühlen Salbeitee in eine Sprühflasche. Das kühlt ganz wunderbar. Trinken nicht vergessen. 
Ich verabschiede mich in den Urlaub. Freue mich unbandig darauf und werde Euch dann berichten. 

 Bonjour la France !

 Ich freue mich, wenn Ihr mich wieder besucht. 
 Auf bald, Eure Pia